05.07.08

Surfen, Chatten, Spielen

Computer können süchtig machen

Langeweile? Das muss nicht sein. Schließlich gibt es heute Computer. Doch Eltern, Ärzte und Psychologen schlagen Alarm: Wer zu lange vor dem Computer sitzt, bewegt sich zu wenig und tut seiner Gesundheit keinen Gefallen.

Foto: PA / 6PA/MAXPPP
Es gibt jugendliche Extremspieler, die durchschnittlich 35 bis 40 Stunden pro Woche und auch mehr mit Spielen verbringen
Es gibt jugendliche Extremspieler, die durchschnittlich 35 bis 40 Stunden pro Woche und auch mehr mit Spielen verbringen

Mit Computern kann man eine Menge machen: Referate schreiben, Einladungskarten entwerfen, sich Fotos und Videos anschauen oder Musik komponieren. Zur Entspannung kann man eins von Tausenden verschiedener Spiele starten oder mit Freunden und Bekannten chatten. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug. Mütter und Väter sehen es allerdings nicht so gerne, wenn man stundenlang vor dem Monitor sitzt. Sie schimpfen, meckern und sagen, dass das Gedaddel am PC schädlich sei.

Ganz alleine sind Eltern mit ihrer Meinung nicht. Auch Ärzte und Psychologen schlagen Alarm: Wer zu lange vor dem Computer sitzt, bewegt sich zu wenig und tut seiner Gesundheit keinen Gefallen. Außerdem riskiert man, abhängig von PC & Co. zu werden.

Schätzungen gehen von rund 1,5 Millionen Computersüchtigen in Deutschland aus. Diese Menschen haben ähnlich wie Alkoholiker die Kontrolle über ihr Verhalten verloren. Ein Leben ohne Rechner und Internet-Anschluss kommt ihnen öde und sinnlos vor. Einige gehen kaum noch aus dem Haus, andere waren seit Jahren nicht mehr im Urlaub.

Noch ist das Thema sehr wenig erforscht. In einem Punkt sind sich die Experten einig: Seit im Februar 2005 in Deutschland das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" gestartet ist, hat die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die ihre Hände nicht mehr von der Tastatur lassen können, deutlich zugenommen. In diesem Spiel kann man sich seine eigene Figur erschaffen. Man wird beispielsweise ein Gnom oder eine Blutelfe und erlebt mit Tausenden von anderen Spielern Abenteuer in einer Computer-Fantasiewelt. Das ist so spannend, dass vielen Jugendlichen das Abschalten schwer fällt.

Es gibt jugendliche Extremspieler, die durchschnittlich 35 bis 40 Stunden pro Woche und auch mehr mit Spielen verbringen. Einige Experten fordern deshalb, dass die Anbieter von Internet-Computerspielen, Suchtwarnungen auf die Verpackungen drucken sollen. Auf Zigarettenpackungen wird bereits vor den schädlichen Folgen des Rauchens gewarnt, vielleicht findet man auf den Spielpackungen bald Hinweise wie zum Beispiel: "Vorsicht, dieses Spiel kann süchtig machen!"

Quelle: schie
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