Jubiläum
Festjahr für den Alten Fritz
Ein Kunstliebhaber und Feldherr auf dem Preußenthron - in diesem Jahr wäre Friedrich der Große 300 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren wird gefeiert.
Perfekt und ganz genau durchgeplant - so sah die Kindheit Friedrichs II. aus. Er durfte nicht spielen, wann er wollte und wurde besonders hart behandelt. Sein Vater Friedrich Wilhelm I., der "Soldatenkönig", achtete streng darauf, wie sein Thronfolger von seinen Privatlehrern und Betreuern erzogen wurde.
Ein künstlerisch begabter Prinz
Eisern, unnachgiebig und, wenn er sich nicht an höfische Rituale hielt, mit brutalen Strafen. Er selbst demütigte und schlug seinen Sohn. Das prägte Friedrich, der ein sensibles, künstlerisch begabtes Kind war und später doch ein erfolgreicher König von Preußen wurde.
Friedrich von Brandenburg-Hohenzollern wurde am 24. Januar 1712 im Berliner Stadtschloss geboren. Also genau vor 300 Jahren. Deshalb gibt es in diesem Jahr in Berlin und Brandenburg viele Feste und Veranstaltungen zu seinem Gedenken.
Strenger Vater
Friedrich wurde nicht auf Deutsch erzogen. Am Hof galt es als schick, Französisch zu sprechen, so wurde er zunächst zusammen mit seiner Schwester Wilhelmine von einer französisch sprechenden Gouvernante betreut. Ab seinem sechsten Geburtstag bestimmte sein Vater den Tagesablauf. Und das hieß lernen, lernen, lernen. Erst ab 17 Uhr hatte der Prinz Freizeit. Sein Privatlehrer unterrichtete ihn unter anderem auch in Literatur. Friedrich wurde ein vielseitig interessierter Kunstliebhaber. Das gefiel seinem strengen Vater überhaupt nicht. Er wollte aus dem Prinzen einen Herrscher machen, der militärisch denkt und nicht an Flötenspiel und Dichtkunst. Als der junge Friedrich mit Hilfe seines besten Freundes Katte vor seinem Vater fliehen wollte, steckte der Soldatenkönig seinen Sohn ins Gefängnis und ließ Katte vor seinen Augen hinrichten.
Reformen und Kartoffeln
Als König von Preußen wollte Friedrich II. vieles anders machen als sein Vater. Nur drei Tage nach seiner Thronbesteigung (1740) schaffte er zum Beispiel die Folter bei Verhören ab. "Lieber sollten zwanzig Schuldige freigesprochen als ein Unschuldiger geopfert werden", meinte er. Für seine Zeit hatte der König einen aufgeklärten Geist und viele neue Ideen: In Preußen gab es eine erste Form von Pressefreiheit. Und damit sein dünn besiedeltes Königreich wirtschaftlich wachsen konnte, lud er Einwanderer ein, sich dort niederzulassen und ließ sie auch ihre Religionen ausüben. Gegen Hungersnöte ließ er die damals im Land noch unbekannte Kartoffel anbauen. Friedrich II. umgab sich gerne mit Gelehrten und Künstlern und arbeitete als Historiker und Philosoph. Seine Ehefrau Elisabeth Christine, mit der er 1733 zwangsweise verheiratet wurde, mochte er nicht, sie hatten keine Kinder und lebten getrennt.
Preußen wurde Großmacht
Perfekt und ganz genau durchgeplant - so sah die Kindheit Friedrichs II. aus. Er durfte nicht spielen, wann er wollte und wurde besonders hart behandelt. Sein Vater Friedrich Wilhelm I., der "Soldatenkönig", achtete streng darauf, wie sein Thronfolger von seinen Privatlehrern und Betreuern erzogen wurde.Friedrich II. wurde jedoch auch ein Kriegsherr. Der König schickte viele Soldaten in den Tod, um Preußen zu einer Großmacht in Europa zu machen. Weil ihm das gelang, wurde er auch "Friedrich der Große" genannt. Friedrich starb mit 74 Jahren in Potsdam, wo sich an seinem Lieblingsschloss Sanssouci seit 1991 auch seine Grabstätte befindet.















