17.01.13

Wissenschaft

Schweben wie die Astronauten

Ein besonderer Ort für Kinder, die gern forschen: Das "orbitall – Raumfahrt im FEZ" wird zehn Jahre alt

Von Gerlinde Schulte
Foto: Glanze
Glanze
Schwindelfrei? In der Trainingshalle können Kinder ihren Gleichgewichtssinn testen. Wie Tea (11), die sich ins Rhönrad getraut hat

Die zehnjährige Finja hatte am 10. Januar ein besonderes Erlebnis. Sie durfte im "orbitall" des FEZ an der Wuhlheide mit dem berühmten Raumfahrer Sigmund Jähn in eine Sojus-Raumkapsel klettern und dort einen Flugsimulator einweihen.

In der runden gelben Kapsel mit zwei Sitzen kann man jetzt an Bildschirmen einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS unternehmen. "Da sind ganz schön viele Knöpfe drin", sagte Finja, die das "orbitall" mit ihrer Schulklasse besuchte.

Der Simulator wurde zur Feier des zehnjährigen Bestehens des "orbitall" eingeweiht. Der Ehrengast Sigmund Jähn ist 75 Jahre alt. Er war der erste deutsche Raumfahrer, der die Erde vom All aus betrachtet hat. 1979 unternahm er seinen ersten Weltraumflug in genauso einer Kapsel.

Das Tolle daran: Die Sojus ist auch heute noch im Einsatz. Weil das Spaceshuttle-Programm 2011 eingestellt wurde, ist die Sojus momentan das einzige Raumschiff, das Astronauten zu der Forschungsstation ins All und wieder zurück bringen kann.

Hier wird richtig geforscht

Das " orbitall" im FEZ ist kein Science-Fiction-Spielplatz. Es hat viel mit der Wirklichkeit und der echten Weltraumforschung zu tun. Hier können Kinder ab etwa zehn Jahren und Jugendliche nicht nur viel über die Geschichte der Raumfahrt erfahren. Sie können auch nachempfinden, unter welchen Bedingungen die Astronauten und Wissenschaftler arbeiten und viel ausprobieren.

Um zu erfahren, welchen Belastungen der menschliche Körper während eines Raumflugs ausgesetzt wird, kann man zum Beispiel in der Trainingshalle auf einem Drehsessel, in einem Rhönrad oder auf einer Taumelscheibe seinen Gleichgewichtssinn testen. An der Klatschwand mit Leuchtfeldern trainiert man seine Reaktionsschnelligkeit.

Außerdem gibt es einen Raumfahrtkontrollraum mit Computern und Bildschirmen und ein Raumlabor für eigene Experimente. Der Nachbau der Sojus-Raumkapsel macht deutlich, dass es eng wird auf dem Weg zu den Sternen und dass man dafür gute Nerven braucht.

Um möglichst viele Kinder für die Raumfahrt zu begeistern, veranstaltet das " orbitall" neben Projekt- und Familientagen regelmäßig Raumfahrtwochenenden, in den Ferien Tagescamps für Kinder und Spacecamps für Jugendliche. Unterstützt wird der Lern- und Erlebnisort unter anderen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR hofft, hier einmal Forschernachwuchs zu finden.

"Lernen kann hier richtig Spaß machen und ist anders als in der Schule", sagt Finjas Lehrer Lutz Bassin, der oft mit Schulklassen ins FEZ kommt. Gerade die Raumfahrt fasziniert viele Kinder, die sich dann vielleicht weiter für Technik und Naturwissenschaften begeistern.

Der Lehrer findet aber besonders gut, dass die Kinder im Kontrollraum ganz schnell verstehen, dass man nur ans Ziel kommt, wenn man sehr genau ist und gut zusammenarbeitet. Genauso wie es die Astronauten im All tun müssen, damit sie wieder sicher zur Erde zurückkommen.

Mehr Infos im Internet unter: www.fez-berlin.de

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