07.01.13

Nachwuchs im Zoo

Was bist du denn für ein Ferkel?

Schweinerüssel, Hasenohren, ein Känguruschwanz und lange Krallen: Erdferkel "Schweinchen" ist ein ungewöhnliches Baby

Von Stefanie Paul
Foto: dpa
KINA - Was bist denn du für ein Ferkel?
Erdferkel "Schweinchen" mit seinem Pfleger Mario Grüßer

Das Tier sieht aus wie aus einem Märchen. Seine Schnauze ist wie bei einem Schwein. Die langen Ohren wie bei einem Hasen. Der Schwanz ähnelt dem eines Kängurus. Und an den Füßen wachsen lange Krallen, mit denen es sich prima kratzen und auch verteidigen kann.

"Das Erdferkel sieht aus, als wäre es bunt zusammengewürfelt worden" , sagt Mario Grüßer. Er arbeitet als Tierpfleger im Zoo Berlin und kümmert sich dort um so ein Erdferkel. Das Kleine wurde vor einigen Wochen in dem Zoo geboren. Und weil er es mit der Flasche großzieht, ist Mario Grüßer so etwas wie seine "Ersatz-Mama" geworden.

Das ist eine ganze Menge Arbeit. Deshalb helfen seine Kollegen aus dem Nachttierhaus mit. Alle drei Stunden wird das kleine Erdferkel gefüttert. "Am Anfang waren wir sogar rund um die Uhr im Einsatz", erzählt der Tierpfleger. Denn in den ersten Wochen hatte das Erdferkel auch nachts Hunger. Dann brauchte es sein Fläschchen. Das hieß für die Tierpfleger: Nachtschicht einlegen.

Milchfläschchen und Fencheltee

Zu futtern gibt es für das Erdferkel eine besondere Milch. Mit dieser werden normalerweise kleine Hundewelpen aufgepäppelt. "Wir mischen noch ein bisschen Fenchel-Tee mit rein. Das beruhigt den Magen", sagt Mario Grüßer. Denn eigentlich würde das Erdferkel ja die Milch von seiner Mutter trinken. An die andere Nahrung muss sich sein Magen erst gewöhnen. "Aber die Milch schmeckt ihm", sagt der Tierpfleger. Deshalb ist das Kleine in den vergangenen Wochen auch schon ordentlich gewachsen.

Momentan lebt "Schweinchen", wie Mario Grüßer sein Baby nennt, in einer Holzbox. Eine Wärmelampe über der Box sorgt dafür, dass es sich wohlfühlt. 37 Grad hat es direkt unter der Lampe. Erdferkel mögen es warm.

Ursprünglich kommen die nachtaktiven Tiere aus Afrika. Dort leben sie in der Savanne oder im offenen Buschland. Mit ihrer 30 Zentimeter langen, klebrigen Zunge fangen sie Ameisen und Termiten.

Mittlerweile darf das kleine Erdferkel ab und zu seine Eltern besuchen. Die beiden leben im Nachttierhaus des Zoos. Doch Mario Grüßer ist dann immer zur Stelle und passt auf. "Erdferkel sind Muskelpakete und nicht gerade zimperlich", sagt der Tierpfleger. Sie flitzen durch das Gehege und spielen wild miteinander. Manchmal sind sie dabei ein bisschen grob.

Die Tierpfleger hatten Angst, dass die Erdferkel-Mama ihren Nachwuchs einfach über den Haufen rennt oder in der Erdhöhle aus Versehen zerquetscht. Deshalb haben sie " Schweinchen" nach seiner Geburt aus dem Gehege genommen. Noch ein paar Wochen wird es in der Holzbox wohnen bleiben. Bis es groß genug ist, selbst mitzuraufen.

Quelle: dpa
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