20.12.2012, 13:09

Maya-Kalender Viel Trubel um einen uralten Kalender

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Foto: dapd

Von Lisa Krassuski

Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter? Das ist Quatsch, sagen Forscher, die den Maya-Kalender anders deuten

Wer bei uns in einen Kalender schaut, weiß sofort: Ein Jahr hat zwölf Monate und eine Woche hat sieben Tage. Doch das ist nicht überall so! Es gibt auch andere Kalender, zum Beispiel den des alten Indianer-Volkes der Maya. Über diesen Kalender reden Leute immer wieder. Warum das so ist, erzählte der Maya-Forscher Lars Frühsorge im Interview.

Herr Frühsorge, wer sind die Maya?

Lars Frühsorge: Die Maya sind ein Volk, das in Mittelamerika lebt. Es ist ein sehr, sehr großes Volk, das viele verschiedene Sprachen spricht. Die Maya sind durch ihre Geschichte sehr berühmt geworden: Sie hatten zum Beispiel ein großes Wissen über die Sterne und haben eindrucksvolle Tempel und Pyramiden gebaut.

Sie haben auch einen besonderen Kalender – wie sieht der aus?

Lars Frühsorge: Die Maya haben viele verschiedene Kalender. Wir haben ja auch verschiedene Arten, die Zeit zu berechnen: Es gibt die Wochen, die Monate und die Jahre. Die Maya haben auch ein Jahr und so etwas wie Wochen. Bei uns hat ein Jahr 365 Tage. Die Maya haben aber außerdem ein Jahr, das aus 260 Tagen besteht. Und jeder Tag hat eine bestimmte Bedeutung.

Was für Bedeutungen?

Lars Frühsorge: Wenn ein Mensch eine Reise machen will, dann geht er etwa zu einem Maya-Priester. Der schaut im Kalender nach, was ein guter Tag dafür wäre.

Warum sprechen immer wieder viele Leute über den Maya-Kalender?

Lars Frühsorge: Früher wusste man noch nicht so viel über die Maya. Vor knapp 50 Jahren hat ein Forscher versucht, die Zeichen und Texte der Maya zu entziffern. Er sagte: Vielleicht haben die Maya geglaubt, dass im Jahr 2012 die Welt untergehen wird. Denn für die Maya endet in diesem Jahr ein großer Zeitabschnitt.

Stimmt das?

Lars Frühsorge: Nein. Der Mann hat sich geirrt. Heute verstehen die Forscher die Texte viel besser als damals. Für die Maya hört im Dezember des Jahres 2012 ein großer Zeitabschnitt auf. Danach fängt aber auch ein neuer Zeitabschnitt an. Es wurden nämlich Kalender gefunden, die noch viel weiter in die Zukunft reichen. Deshalb wissen wir, dass der Kalender nicht enden wird. Und auch, dass die Maya nicht geglaubt haben, dass die Welt untergeht. Man muss also keine Angst haben.

(dpa)
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