20.12.12

Maya-Kalender

Viel Trubel um einen uralten Kalender

Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter? Das ist Quatsch, sagen Forscher, die den Maya-Kalender anders deuten

Foto: dapd
Weltuntergangs Hysterie sorgt fuer Besucheransturm im Dresdner Buchmuseum
Besucher umringen die als "Codex Dresdensis" bezeichnete Maya-Handschrift in einer Vitrine im Buchmuseum in der Saechsischen Landesbibliothek Staats und Universitaetsbibliothek in Dresden. Die Handschrift besteht aus 39 doppelseitig beschriebenen Blättern aus Feigenbaumrinde

Wer bei uns in einen Kalender schaut, weiß sofort: Ein Jahr hat zwölf Monate und eine Woche hat sieben Tage. Doch das ist nicht überall so! Es gibt auch andere Kalender, zum Beispiel den des alten Indianer-Volkes der Maya. Über diesen Kalender reden Leute immer wieder. Warum das so ist, erzählte der Maya-Forscher Lars Frühsorge im Interview.

Herr Frühsorge, wer sind die Maya?

Lars Frühsorge: Die Maya sind ein Volk, das in Mittelamerika lebt. Es ist ein sehr, sehr großes Volk, das viele verschiedene Sprachen spricht. Die Maya sind durch ihre Geschichte sehr berühmt geworden: Sie hatten zum Beispiel ein großes Wissen über die Sterne und haben eindrucksvolle Tempel und Pyramiden gebaut.

Sie haben auch einen besonderen Kalender – wie sieht der aus?

Lars Frühsorge: Die Maya haben viele verschiedene Kalender. Wir haben ja auch verschiedene Arten, die Zeit zu berechnen: Es gibt die Wochen, die Monate und die Jahre. Die Maya haben auch ein Jahr und so etwas wie Wochen. Bei uns hat ein Jahr 365 Tage. Die Maya haben aber außerdem ein Jahr, das aus 260 Tagen besteht. Und jeder Tag hat eine bestimmte Bedeutung.

Was für Bedeutungen?

Lars Frühsorge: Wenn ein Mensch eine Reise machen will, dann geht er etwa zu einem Maya-Priester. Der schaut im Kalender nach, was ein guter Tag dafür wäre.

Warum sprechen immer wieder viele Leute über den Maya-Kalender?

Lars Frühsorge: Früher wusste man noch nicht so viel über die Maya. Vor knapp 50 Jahren hat ein Forscher versucht, die Zeichen und Texte der Maya zu entziffern. Er sagte: Vielleicht haben die Maya geglaubt, dass im Jahr 2012 die Welt untergehen wird. Denn für die Maya endet in diesem Jahr ein großer Zeitabschnitt.

Stimmt das?

Lars Frühsorge: Nein. Der Mann hat sich geirrt. Heute verstehen die Forscher die Texte viel besser als damals. Für die Maya hört im Dezember des Jahres 2012 ein großer Zeitabschnitt auf. Danach fängt aber auch ein neuer Zeitabschnitt an. Es wurden nämlich Kalender gefunden, die noch viel weiter in die Zukunft reichen. Deshalb wissen wir, dass der Kalender nicht enden wird. Und auch, dass die Maya nicht geglaubt haben, dass die Welt untergeht. Man muss also keine Angst haben.

Quelle: dpa
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Die Maya
  • Krieger und Sterndeuter

    Die alten Maya waren ein Indianer-Volk, das vor Hunderten von Jahren lebte. Sie waren großartige Wissenschaftler. Zum Beispiel wussten sie viel über die Sterne. Und sie hatten nicht nur einen Kalender, sondern auch eine eigene Schrift. Außerdem waren sie geniale Architekten und bauten Städte mit kunstvollen Tempeln. Die alten Maya waren aber nicht nur ein friedliches Volk: Sie führten auch Kriege.Nachfahren der alten Maya leben noch heute in Zentralamerika – zum Beispiel in Mexiko und Guatemala. Viele Traditionen wie Trachten und Gesänge geben sie von Generation zu Generation weiter. Auch ihre eigenen Sprachen pflegen die Maya noch.

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