18.12.12

Weihnachten

Nicht ohne mein Rentier!

Viele Kinder stellen sich den Weihnachtsmann mit einem Rentierschlitten vor. Die Idee kommt aus den USA, doch auch bei uns werden Rentiere für Weihnachten fit gemacht

Von Franziska Langhammer
Foto: pa/dpa/Lehtikuva_Oy
Weihnachtsmann mit Rentierschlitten
In eisigen Landschaften im hohen Norden fühlen sich Rentiere besonders wohl. Von dort soll der Schlitten mit dem Weihnachtsmann kommen, wenn er die Geschenke bringt

Wenn der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, nimmt er oft den Schlitten. Zumindest wird er so auf vielen Bildern gezeigt. Dann sitzt er fröhlich im Schlitten mit Geschenken, den seine Rentiere ziehen. Aber wie kommen eigentlich die Rentiere zum Weihnachtsmann?

Das Ganze geht vermutlich auf ein Gedicht zurück, das schon mehr als 180 Jahre alt ist und aus dem Jahr 1823 stammt. Es heißt übersetzt "Die Nacht vor Weihnachten".

Darin wird beschrieben, wie ein Kind in der Nacht vor Weihnachten aus dem Fenster guckt. Es sieht, wie der Weihnachtsmann angerauscht kommt – in einem Schlitten, der von acht Rentieren gezogen wird. Geschrieben hat das Gedicht vermutlich ein Professor aus den USA, wo die Kinder bis heute ihren Santa Claus mit Rentierschlitten kennen .

Bei uns wurden die Rentiere als Gehilfen des Weihnachtsmanns erst vor fast 65 Jahren bekannt. Da übersetzte der Schriftsteller Erich Kästner das Gedicht ins Deutsche.

Rentiere leben eigentlich in kalten Gegenden, wie beispielsweise in Lappland, hoch im Norden Europas, wo es eiskalt werden kann. Aber auch in Deutschland gibt es Rentier-Gehege, in denen sich die Hirsche mit dem plüschigen Geweih tummeln. Züchter Thomas Golz erklärt, wie er seine Rentiere für die Weihnachtszeit fit macht.

Kinderpost: Herr Golz, mögen Rentiere das Wetter in Deutschland?

Thomas Golz: Aber ja! Rentiere mögen auch sehr gerne mal sommerliche Temperaturen um die 30 Grad. Der Vorteil an Deutschland ist: Es gibt hier viel weniger Stechinsekten, die die Tiere piesacken könnten.

Was macht ein Rentier den ganzen Tag?

Thomas Golz: Rentiere brauchen viel Auslauf – in freier Wildbahn legen sie am Tag schon mal 30 bis 50 Kilometer zurück. Außerdem trainieren wir sie für ihre Auftritte: Unsere Tiere werden oft für Fernsehserien oder Veranstaltungen gebucht. Am meisten los ist natürlich in der Weihnachtszeit: Was wäre der Weihnachtsmann ohne seine Rentiere? Wir haben heute schon Anfragen für nächstes Jahr Weihnachten.

Bereiten Sie die Tiere darauf vor?

Thomas Golz: In der Tat sind die Tiere im Sommer ein bisschen faul und dadurch ein wenig dick geworden. Damit sie im Winter fit sind und vor den Schlitten gespannt werden können, beginnt im November das Training. Wir üben dann mit Schlitten, die auf Rädern rollen. Das ist gut für die Ausdauer, und die Rentiere können Muskeln aufbauen.

Quelle: dpa
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Rentier
  • AUSSEHEN

    Hirsche mit zum Teil riesigem Geweih. Widerristhöhe: bis ca.1,50 m, Fellfarbe: dunkel-graubraun bis fast ganz weiß.

  • HEIMAT

    in kälteren Regionen hoch im Norden Europas, Nordamerikas und Asiens; gerne in Nadelwäldern oder in den Bergen.

  • NAHRUNG

    Gras, Kräuter, Laub, Flechten

  • BESONDERHEITEN

    Die Hufe des Rentiers sind im Winter besonders stark von Fell umgeben. So rutschen sie auch auf Eis und Schnee nicht aus. Rentiere sind gute Schwimmer: Bis zu zehn Kilometer können erwachsene Tiere in der Stunde paddeln. Rentiere sind Wanderer. Sie legen Hunderte Kilometer im Jahr zurück.

Geschenke-Bringer in anderen Ländern
  • Väterchen Frost

    Auch Väterchen Frost trägt einen weißen Bart. Doch er zieht meist nicht allein durch die Gegend. Zu ihm gehört das Schneeflöckchen, seine Enkelin. Die beiden bringen den Kindern in Russland Geschenke – zum Jolka-Fest. Das wird in Russland zum Jahreswechsel, Ende Dezember, gefeiert. Ihre Namen erinnern daran, dass es in dem riesigen Land im Winter meist viel Schnee und Frost gibt.

  • Santa Claus

    Unter diesem Namen kennen viele Kinder in den USA den Weihnachtsmann. Sie hängen für ihn am Abend des 24. Dezember Socken an den Kamin. Sie glauben, dass Santa mit seinem Schlitten und den Rentieren übers Dach und durch den Schornstein anrauscht, um die Geschenke zu bringen. Santas Lieblings-Rentier ist übrigens Rudolph mit der roten Nase.

  • Jultomte

    In Schweden erscheint an Heiligabend Jultomte – das ist ursprünglich eine Art Weihnachtswichtel. Er bringt die Geschenke. Zu essen gibt es häufig Weihnachtsschinken. Doch vorher wird in vielen Familien Weihnachten im Fernsehen noch eine bestimmte Sendung geguckt: Donald Duck.

  • Hexe Befana

    Die Hexe Befana sieht mit ihrem großen Zinken und einer Warze im Gesicht wahrlich nicht vertrauenerweckend aus. Trotzdem wird sie sehnsüchtig erwartet. Sie bringt den Kindern in Italien am 6. Januar die Geschenke. Wer nicht artig war, muss allerdings mit einem Stück Kohle rechnen, heißt es. Befana reitet auf einem Besen durch die Luft und klettert durch Schornsteine in die Häuser, sagen Kinder in Italien.

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