05.12.12

Interview

"Drehen ist nicht nur ein Spaß"

In dem Film "Die Abenteuer des Huck Finn" spielt Leon Seidel die Hauptrolle. Das war manchmal harte Arbeit

Foto: dpa/dpa-ZB
KINA - Leon spielt den Huck Finn
Der 16 Jahre alte Schauspieler Leon Seidel beim Interview Ende November in einem Hotelzimmer in Berlin. Leon spielt in dem Film "Die Abenteuer des Huck Finn" mit. Der Film kommt am 20. Dezember ins Kino

Es war ein anstrengender Tag für Leon Seidel. Nach der Schule stieg er in den Flieger von Köln nach Berlin. Trotzdem ist der junge Schauspieler hellwach. Einen Tag nach seinem 16.Geburtstag hat er ein Treffen mit Reportern und erzählt von seinem neuen Film. Der heißt "Die Abenteuer des Huck Finn" und kommt am 20. Dezember in die Kinos. Dem dpa-Reporter Alex Ehlers erzählte Leon, dass Dreharbeiten nicht immer ein Zuckerschlecken sind.

Leon, du spielst den Huck Finn. Kanntest du die Geschichte schon, bevor du gedreht hast?

Leon: Ich kannte Tom Sawyer, aber ich wusste nicht, dass es den Roman gibt von Huckleberry Finn. Ich dachte, Huck Finn wäre eine Nebenfigur. Ich hab nur Tom Sawyer als Zeichentrickfilm gesehen. Daher kannte ich die Geschichte. Aber ich hab mir niemals vorstellen können, dass ich auch mal in einem Film mitspielen darf als Huckleberry Finn.

Wie ist Huckleberry Finn denn so?

Leon: Das ist sozusagen ein Freiheitskämpfer und der tut alles dafür, damit der Sklave Jim ein freier Mensch wird. Und das finde ich ziemlich besonders, dass er riskiert, geteert und gefedert zu werden oder gehängt. Das stellt diese wunderbare Freundschaft zwischen den beiden her. Und so entsteht das riesige Abenteuer.

Was heißt für dich Freundschaft?

Leon: Für mich bedeutet Freundschaft, dass man Vertrauen zueinander hat, dass man sich auf den anderen verlassen kann. Wenn man dem was sagt, dass der das nicht weitererzählt. Dass er humorvoll ist. Dass man dem Witze erzählen kann und er kann auch darüber lachen.

Wie ist das mit der Schule?

Leon: Huck Finn wurde zum größten Teil in den Sommerferien gedreht. Dann ging das zwei Wochen in die Schulzeit hinein, aber dafür wurde ich befreit. Das fand ich cool, ist ja klar. Man sollte unter Schauspielerei nicht nur Spaß verstehen. Es ist einfach auch ein Stück Arbeit! Klar, es macht super viel Spaß und es ist der tollste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Aber man soll sich das nicht vorstellen wie: Man kriegt ganz viel Geld, man bekommt alles hinterher gebracht. Mir sagen die Leute, wenn ich in der Schule eine schlechte Note bekommen habe: Ist doch scheißegal, du wirst doch eh Schauspieler. Dann muss ich denen erklären, dass das einfach nichts miteinander zu tun hat. Sondern dass man auch ein bisschen gut in der Schule sein muss.

Das ist wichtig, oder?

Leon: Ja. Man kann sich ja auch gar nicht drauf verlassen, dass man Schauspieler wird. Es gibt ja auch genug Schauspieler, die mit dem Geld, das sie als Schauspieler verdienen, gar nicht auskommen und Nebenjobs haben.

Was war für dich die schwierigste Szene?

Leon: Das war die vorletzte Szene, in der Jim schwer verletzt wird und ich weinen muss. Das fiel mir erst mal schwer. Wenn man sich richtig reinversetzt in diese Szene, wenn man glaubt: Mein Freund ist wirklich grade am Sterben, dann gelingt das.

Quelle: dpa
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