27.11.12

Meerschweinisch für Anfänger

Was hast du gesagt?

Meerschweinchen haben verschiedene Arten sich mitzuteilen – wer sie genau beobachtet, kann sie besser verstehen

Von Miriam Bandar
Foto: pa/united-archiv/united archives
Meerschweinchen - Guinea pig
Meerschweinchen sind Gruppentiere und spielen gern. Wenn sie hochgehoben werden, bekommen sie jedoch schnell Angst

Wuschel, Pumuckl und Momo kuscheln sich in ihrem Häuschen zusammen. Nur langsam wagt sich der neugierige Wuschel heraus. Er ist das mutigste der drei Meerschweinchen, die heute einen großen Ausflug gemacht haben. Als Meerschweinchen-Lehrer sollen sie Kindern im Zoo in Wien beibringen, was sie mögen und was sie blöd finden. Wien liegt in unserem Nachbarland Österreich.

Als Übersetzerin hilft den drei Meerschweinchen ihre Besitzerin Sophie Fischer. Sophie hat auf ihrem Bauernhof noch viele andere Tiere, zum Beispiel Pferde. Ihr Ziel: Kinder und Tiere sollen sich besser verstehen. Denn auch wenn Meerschweinchen nicht unsere Sprache sprechen, können sie trotzdem etwas sagen. Man muss nur genau hingucken.

Verstecke sind für die Fluchttiere wichtig

Bei uns gibt es Meerschweinchen schon seit vielen Hundert Jahren als Haustiere. Eigentlich kommen sie aber aus Südamerika. Da leben sie auch heute noch in der Wildnis in Gruppen. Allein zu sein finden die Tiere schrecklich – egal ob im Käfig oder frei.

Außerdem brauchen Meerschweinchen immer etwas zum Verstecken. Sie sind nämlich sogenannte Fluchttiere. Denn in der Natur werden die kleinen Nager oft von größeren und schnelleren Tieren gefressen. Meerschweinchen haben viele Feinde. Dazu gehört auch der Mensch. Der fängt sie in Südamerika zum Beispiel auch, um sie zu essen.

"Wenn man mit Meerschweinchen etwas macht, muss man aufpassen, dass man nicht wie ein Feind rüberkommt", sagt Sophie. Häufig beugen Kinder sich von oben über den Käfig. Sie sehen dann für die Meerschweinchen riesig aus. Wenn die Kinder sich auch noch schnell bewegen, kann das kleine Meerschweinchen große Angst bekommen. Es rennt herum und will sich verstecken. "Langsam bewegen und am besten auf Augenhöhe mit dem Meerschweinchen sein", rät Sophie. Dann merken die Tiere, dass man lieb ist. Und sie werden neugierig und bekommen Lust zu spielen.

Hochgehoben und herumgetragen zu werden finden Meerschweinchen als Spiel aber doof. "Da denken sie, dass ihnen etwas passieren könnte", sagt Sophie. Denn in der Natur werden sie nur von stärkeren Tieren gehoben. Die machen das meist, um die Meerschweinchen zu fressen.

Herumlaufen und Aufgaben lösen

Super finden Meerschweinchen aber herumlaufen und Aufgaben lösen. Das machen sie auch sehr gern mit ihren Menschen zusammen. Sophie hat heute einen ganzen Tisch mit Meerschweinchen-Spielzeug mitgebracht: Pappkartons, Röhren, Rinden und Holzstücke. Auch ein Meerschweinchen aus Plüsch ist dabei.

" Sucht euch alle mal was aus", sagt sie zu den sieben Kindern, die an dem Kurs teilnehmen. Inti und Tessa sind beide zehn Jahre alt und haben sich Röhren und Holzstücke geholt. Damit bauen sie für Wuschel, Pumuckl und Momo einen Parcours mit Hindernissen wie Tunneln und Brücken.

Mit einem Stück Apfel lockt Tessa die Tiere aus ihrem Häuschen. Wuschel traut sich als erster und klettert eine Brücke hinauf, kriecht durch einen Tunnel und bekommt seine Belohnung. Dann ist Verstecken spielen angesagt: Unter Rindenstücken, Heu oder neben dem Häuschen verstecken Tessa und Inti Stücke von Karotten und Äpfeln.

Da machen dann auch Pumuckl und Momo begeistert mit. "Boah, sind die schnell", staunt Tessa. Mit ihrer guten Nase finden die Tiere sofort ihre Leckereien und werden immer zutraulicher. "Das könnt ihr auch im Käfig mit dem Körnerfutter machen", sagt Sophie. Mit dem Suchen haben die Tiere eine Aufgabe – denn den ganzen Tag im Käfig sitzen, ist ja wohl für jeden langweilig

Quelle: dpa
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Gurren und pfeifen
  • Töne + Körpersprache

    Töne von Meerschweinchen können oft mehrere Sachen heißen. Um sie zu verstehen, musst du auf den ganzen Körper der Tiere achten. Auch was gerade passiert, ist wichtig. Versuch einfach, dir die Welt aus Sicht eines Meerschweinchens vorzustellen. Einige Beispiele:

  • Gurren

    Wenn das Tier entspannt daliegt, fühlt es sich wohl. Wenn es zappelt und gurrt, will es weg.

  • Zähne klappern

    Das Meerschweinchen ist ungeduldig oder fühlt sich bedroht. Dann ist das Zähneklappern ein Warnlaut.

  • Pfeifen und quietschen

    Warnung und Protest. Das kann heißen „Ich will jetzt nicht hochgehoben werden“ oder „Lass mich bitte in Ruhe“. Mit lautem Pfeifen kann das Meerschwein aber auch um Futter betteln. Lautes Pfeifen kann aber auch ein Zeichen von Angst sein.

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