27.11.12

Politik

Ein langer Streit um Land und Macht

Warum Israel und die Palästinenser sich so schwer einigen können

Foto: AFP
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Gewalt ist für niemanden gut: Die Angriffe zerstörten viele Gebäude und kosteten zahlreiche Menschen das Leben oder ihre Gesundheit

Von diesem Streit habe ich doch schon als Kind gehört. Dieser Gedanke ging in der letzten Zeit vermutlich vielen Erwachsenen durch den Kopf. Und zwar dann, wenn sie an die Gewalt dachten, die zwischen zwei Völkern herrscht: Eine Woche lang schossen palästinensische Kämpfer Raketen auf Israel – und dessen Militär flog Luftangriffe auf den Gazastreifen. Dorthin, wo die Raketen herkamen. Am 21. November wurde nach schwierigen Verhandlungen dann doch eine Waffenruhe beschlossen. Doch niemand war sicher, wie lange sie halten wird.

"Zwischen Israel und den Palästinensern gibt es schon seit Jahrzehnten große Konflikte", erklärt Experte Martin Beck. "Wer das verstehen will, muss weit in die Vergangenheit zurückschauen." Vor mehr als 60 Jahren beschlossen viele Länder: Menschen, die der Religion Judentum angehören, sollen ihr eigenes Land bekommen.

Kurz darauf wurde der Staat Israel gegründet. Zuvor waren Juden lange Zeit auf der Suche nach einer Heimat: Sie wurden mehrmals vertrieben und mussten in fremde Länder flüchten. Im Zweiten Weltkrieg wurden zudem Millionen Juden ermordet. Die Juden, die überlebten, wollten nun endlich einen eigenen Staat, um in Frieden zu leben.

Viele Juden aus Europa sind nach Palästina ausgewandert

Viele Juden hatten Europa Richtung Palästina verlassen, wo vor sehr langer Zeit Vorfahren gelebt hatten. In der Gegend wohnten bereits Juden, aber noch mehr Palästinenser. Die Palästinenser waren dagegen, dass bei ihnen ein Staat Israel entsteht. "Sie betrachteten das ganze Gebiet als ihr Land", sagt Martin Beck. Doch Israel hatte das Recht dazu – so hatten es viele Länder beschlossen. "So kam es zu einem ersten Krieg um das Land."

Danach kam es immer wieder zu Gewalt. Inzwischen leben die meisten Palästinenser in Gebieten, die Gazastreifen, Westjordanland und Ost-Jerusalem heißen. Einen eigenen Staat haben sie nicht. "Auch weil beide Seiten sich nicht darauf einigen können, welche Gebiete zu wem gehören sollten", sagt Beck.

Aber kann man sich nicht trotzdem endlich einigen? "Sicher würden alle gern Frieden haben. Es ist schließlich so, dass es dann beiden Seiten besser ginge. Doch es geht in dem Streit eben knallhart um Land und um Macht."

Dazu kommt, dass es auf beiden Seiten wegen des Streits schon viele Tote gegeben hat. Aufeinander zuzugehen wird da immer schwerer. Und auf beiden Seiten denken viele Menschen schlecht über die anderen. So kann es sein, dass es noch lange dauert, bis zwischen Israel und den Palästinensern echter Frieden herrscht.

Quelle: dpa/gs
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