05.11.12

Naturgewalt

Ausnahmezustand in den USA

Der Jahrhundertsturm "Sandy" hat an der Ostküste der USA schlimm gewütet und New York zum Teil unter Wasser gesetzt

Foto: DAPD
Superstorm Gold Coast
"Sandy" hat schlimme Verwüstungen hinterlassen. Viele Menschen haben ihre Häuser verloren. Jetzt drohen ihnen Kälte und neuer Sturm

Die Menschen an der Ostküste der USA waren gewarnt. Mit Hilfe von Satellitenbildern hatten Meteorologen den Weg berechnet, den Hurrikan "Sandy" von der Karibik über die USA und weiter in Richtung Kanada nehmen würde. Die Küstenregionen der Bundesstaaten New Jersey und New York und ihre Städte, wie zum Beispiel Atlanta und New York City, konnten sich vorbereiten. Schon zwei Tage bevor Sandy dort eintraf, herrschte Ausnahmezustand.

Menschen, die in niedrig gelegenen Gebieten und am Wasser leben, sollten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die meisten haben das auch getan. Für sie wurden Notunterkünfte in höher gelegenen Stadtteilen eingerichtet. Schulen, Geschäfte, Flughäfen und Bahnhöfe blieben zu, die U-Bahnen fuhren nicht mehr. Häuser und Fenster wurden so gut es geht gesichert.

Die Menschen kauften die Supermärkte leer und verkrochen sich mit ihren Vorräten und Taschenlampen in ihren Wohnungen. Doch als "Sandy" dann in der Nacht zu Dienstag mit 150 Stundenkilometern und vier Meter hohen Wellen an die Küste krachte, richtete er immer noch großen Schaden an und setzte viele Orte unter Wasser. Gegen die Kraft der Natur kann man nicht alles schützen.

Der starke Wind und vor allem die Überflutungen hatten schlimme Folgen. In New York standen U-Bahn-Stationen und Tunnel unter Wasser, Häuser wurden zerstört, Autos versanken. Weil "Sandy" Stromleitungen zerstörte, saßen Millionen Menschen in der Sturmnacht im Dunkeln, Hunderttausende hatten tagelang keinen Strom. In der Küstenregion sind immer noch Millionen ohne Stromversorgung. Viele haben ihr Zuhause verloren.

Salzwasser macht viel kaputt

Am Dienstagmorgen schien der schlimmste Teil des Sturms zumindest für die New Yorker vorbei zu sein. "Sandy" ist Richtung Norden weitergezogen. Weil er dabei langsamer wurde, war er dann kein Hurrikan mehr, er wurde zu einem sogenannten Winter-Zyklon heruntergestuft. Das Wasser hat er dagelassen. In der Stadt New York stand es tagelang noch in Gebäuden, in Tunneln und Tiefgaragen. Und keiner wusste genau, wie lange das noch so bleibt.

Wenn Wasser wie ein Fluss durch die Straßen fließt, kann es besonders viel kaputtmachen. In New York gibt es noch ein anderes Problem: im Wasser ist Salz. Weil die Stadt nahe am Meer liegt, hat der Sturm Meerwasser in die Stadt gedrückt. "Im Salzwasser geht alles noch schneller kaputt", sagt der Experte Andreas Kortenhaus. Wenn zum Beispiel in der U-Bahn das Salzwasser mehrere Tage lang steht, kann das die Gleise beschädigen. Salzwasser lässt auch Holz oder Papier schneller vergammeln.

"Sandy" hat schlimm gewütet. Es sind in den USA auch mindestens 90 Menschen gestorben. Nicht alle hatten sich in Sicherheit gebracht. Trotz allem: Die meisten New Yorker waren gut vorbereitet und haben den Sturm ohne Schaden überlebt. Nun heißt es in der Stadt vor allem aufräumen.

Tausende Helfer machten sich sofort an die Arbeit. Sie werden lange zu tun haben Eine Stadt trocknen – das dauert! Und die Verwüstungen in den Gemeinden der Bundesstaaten New York und New Jersey sind noch gar nicht alle erfasst. Es wird Milliarden Dollar kosten, alles zu reparieren.

Doch nicht nur die Ostküste der USA ist betroffen, auch in der Karibik leiden die Menschen unter den Folgen des Hurrikans. Zum Beispiel in Kuba und in Haiti. Auch dort hat es Todesopfer gegeben und sehr viele Häuser sind zerstört. Weil diese Inselstaaten arm sind, erhalten die Menschen nicht so schnell Hilfe wie in den USA.

In Deutschland können tropische Wirbelstürme wie "Sandy" nicht auftreten. Dafür ist der Atlantik hier zu kalt. Bei uns kann es jedoch Orkane geben, wie 2007 als "Kyrill" mit 125 Stundenkilometern über Berlin fegte. Orkane können auch gefährlich werden, sind aber bei weitem nicht so schlimm wie der Jahrhundertsturm "Sandy". gs/dpa

Quelle: gs/dpa
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