15.10.12

Ernährung

Das Schulessen soll besser werden

Importierte Erdbeeren aus China verursachten Brechdurchfall bei Tausenden Schul- und Kitakindern

Foto: DPA
Essenausgabe in Schulküche
Nudeln mit Tomatensoße: Das Schulessen wird bisher möglichst billig hergestellt. Darüber wird nun gestritten

Nudeln mit Tomatensoße, mitgebrachte Stullen oder selbst gebackene Pizza – in der ersten Herbstferienwoche hatten viele Kita- und Hortkinder in Berlin einen Notspeiseplan. Denn das Mittagessen, das sie sonst fertig geliefert bekommen, durften die Kinder in 30 Kitas und 70 Grundschulhorten nicht essen.

So viele Kindereinrichtungen versorgt normalerweise die Großküche der Firma Sodexo. Und im Sodexo-Essen soll sich der Erreger befunden haben, der kurz vor den Ferien fast 11.000Kinder und Jugendliche in fünf Bundesländern krank gemacht hat. In Berlin hatte es 2732 Kinder erwischt.

In den Laboren der Gesundheitsämter wurde unterdessen Tag und Nacht gearbeitet. Lebensmitteltechnikerverglichen Speiseplane und untersuchten jeden Bestandteil des Essens, das Ende September ausgeliefert wurde. Nach einer guten Woche war der Erreger dann gefunden: Mit einem Virus infizierte tiefgefrorene Erdbeeren aus China haben den Ausbruch der Brechdurchfall-Epidemie verursacht. Sie waren zu Kompott verarbeitet worden und dabei vermutlich nicht genug erhitzt worden.

Eltern fordern frischeres Essen

Nun stellen viele Politiker die Frage, warum für das deutsche Kantinen-Essen unbedingt tiefgefrorene Erdbeeren aus China eingeflogen müssen. Sie meinen, es wäre besser, heimische Früchte, wie Äpfel oder Birnen als Kompott zum Nachtisch zu servieren. Das wäre für die Umwelt besser und auch leichter zu kontrollieren.

Die ganze Geschichte hat aber auch etwas Gutes. Sie hat nämlich dazu geführt, dass im Moment ziemlich viel über das Schulessen geredet wird. Viele Eltern finden, dass es nicht gut genug ist. Sie wünschen sich auch frischere Speisen für ihre Kinder.

Doch nicht jede Schule hat eine Küche um selbst kochen zu lassen. Das ist außerdem teurer, als das Essen bei Großküchen zu bestellen. Weil die sehr große Mengen brauchen, können sie ihre Waren billiger einkaufen und günstiger kochen.

Die Großküchen sagen jedoch, dass sie nichts Besseres liefern können, wenn dafür kein vernünftiger Preis bezahlt wird. Im Moment kostet ein Essen pro Grundschüler meist etwa zwei Euro am Tag. Damit werden aber nicht nur die Nudeln, das Gemüse oder die Kartoffeln bezahlt, die auf dem Teller landen, sondern auch die Köche und der ganze Betrieb.

Berlins Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat ihre Mitarbeiter ausrechnen lassen, wie viel man für gutes Essen ausgeben muss. Die haben festgestellt, dass zwei Euro zu wenig sind. Nun will die Senatorin einen Plan machen, wie das Schulessen verbessert werden kann. Außerdem will sie sicherstellen, dass es in allen Berliner Bezirken die gleiche Qualität gibt.

Quelle: BM
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