01.10.12

Tierforschung

Elefanten schlafen kurz

Weil in der Wildnis Gefahren lauern, müssen die Tiere immer wachsam sein. Das haben Tierforscher beobachtet

Foto: DAPD
Kinderdienst: Haben Elefanten wirklich ein Elefantengedaechtnis?
In einen Tiefschlaf fallen Elefanten in der Wildnis höchstens eine bis anderthalb Stunden am Stück. Wenn kleine Elefanten sich ausruhen, passen ihre Mütter auf sie auf

Wenn du jeden Tag so lange schlafen würdest wie ein Elefant, wärest du wahrscheinlich ziemlich müde. Denn die Tiere schlummern viel kürzer als wir Menschen. Das sagt der Experte Harald Schwammer. Er arbeitet im Zoo Wien in unserem Nachbarland Österreich und erforscht, wie die grauen Riesen schlafen.

"Elefanten schlafen etwa vier bis fünf Stunden am Tag", sagt Harald Schwammer. Und das noch nicht mal am Stück. "Das verteilt sich auf mehrere Schlafphasen." In der Wildnis sind diese kürzer als im Zoo. Freie Elefanten ratzen nur etwa eine oder anderthalb Stunden am Stück. "Das liegt daran, dass es in freier Wildbahn viele Gefahren gibt, zum Beispiel Löwen" , erklärt der Experte.

Im Zoo schlafen die Tiere länger

Im Zoo gibt es keine Gefahren. Deswegen schlafen die Tiere dort häufig entspannter und etwas länger. Die großen schweren Kolosse legen sich dabei häufig hin. "Eine Elefantenkuh bleibt aber immer stehen und hält Wache", sagt Harald Schwammer. Dabei wechseln sich die Tiere ab.

Und noch etwas Besonderes haben Forscher bei Elefanten in der Wildnis beobachtet: Die erwachsenen Tiere bilden nachts einen Kreis um die Jungtiere. Elefantenjunge sind nämlich eine Leibspeise von Löwen und Hyänen. Die kleinen Tiere können sich nicht so gut wehren und sind deshalb eine leichte Beute. In der Mitte des Kreises sind sie aber sicher. Denn die Angreifer müssten erst mal an den tonnenschweren Dickhäutern vorbei. Da haben sie wenig Chancen.

Kleine Elefanten können ganz schöne Nervensägen sein. Wenn sie nachts Hunger haben, machen sie viel Radau, um eine Elefantenkuh zu wecken. Sie laufen dann über die schlafenden Muttertiere und springen auf ihre Rüssel. So lange, bis die Mutterkuh aufsteht und sie Milch bekommen.

Quelle: dpa
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Wie andere Tiere ausruhen
  • Koalas

    Der Koala ist ein echter Langschläfer. Wenn er seine Eukalyptus-Blätter gefuttert hat, schmiegt er sich an einen Ast – und döst weg. Bis zu 21 Stunden schläft der kleine Beutelbär am Tag.

  • Fledermäuse

    Auch Fledermäuse benötigen viel Schlaf. Die Tierchen hängen etwa 20 Stunden täglich kopfüber in ihrem Unterschlupf und pennen.

  • Giraffen

    etwa sind wahre Kurzschläfer. Ein paar kurze Nickerchen über den Tag verteilt reichen ihnen, um wieder ausgeruht durch die Savanne zu staksen. Insgesamt dösen sie etwa zwei bis vier Stunden täglich. In Tiefschlaf fallen die Tiere aber insgesamt nur für wenige Minuten am Tag! 

  • Delfine

    schlafen nie richtig. Das liegt daran, dass die Tiere immer wachsam sein müssen. Weil Delfine Säugetiere sind, müssen sie regelmäßig an die Oberfläche schwimmen, um Luft zu holen. Damit sie das auch im Schlaf nicht vergessen, haben die Tiere einen Trick: Im Tiefschlaf schaltet nur eine Hirnhälfte ab. Die andere bleibt wach und passt auf. Auch ein Auge behält der Delfin im Tiefschlaf im Meer offen.

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