19.09.12

Umwelt

Im Kampf gegen Plastikmüll

Einmal im Jahr ist Küsten-Reinigungstag. Weltweit sammeln hunderttausende Freiwillige Müll an Stränden

Foto: dpa
Plastikmüll
Massenweise Müll: Einer Studie zufolge gelangen 6,4 Millionen Tonnen Abfall jedes Jahr in die Weltmeere

Wer im Supermarkt Äpfel kauft, verpackt sie oft in dünne Plastiktüten. Kurze Zeit später landen die dann im Müll, denn sie gehen schnell kaputt. Aber es kann mehrere hundert Jahre dauern, bis sie verrottet sind. So lange kann man noch Teilchen der Tüte finden – und damit Müll in der Umwelt. Meeresforscher sind davon überzeugt: Mittlerweile liegen mehrere Hundert Millionen Tonnen Abfall aus Plastik im Meer und an den Küsten.

Die amerikanische Umweltorganisation Ocean Conservancy ruft jedes Jahr am dritten Samstag im September zum weltweiten Küsten-Reinigungstag auf, dem International Coastal Cleanup Day (ICC). Im vergangenen Jahr sammelten fast 500.000 Menschen in über 100 Ländern mehr als 3.300 Tonnen Abfälle von Stränden, aus dem Meer und aus Flüssen.

Viel Plastik kommt von Schiffen

Doch wie kommt das Zeug überhaupt ins Wasser? Wissenschaftler fanden heraus: Viel Plastik kommt von Schiffen. Zum Beispiel fallen manchmal Container über Bord. Und die haben oft viele Sachen aus Plastik geladen. Manchmal reißen sich auch die Netze von Fischern bei Sturm los und schwimmen dann herum. Solche Netze nennt man Geisternetze.

Viele Schiffe laden ihren Müll aber auch absichtlich im Meer ab, anstatt ihn auf eine Müllkippe zu bringen. Zudem kommt einiger Abfall auch über die Flüsse in die Meere. Wenn jemand zum Beispiel eine Plastikflasche in einen Fluss wirft, dann treibt die mitunter bis ins offene Meer.

Die Tiere leiden unter dem Plastikmüll: Die Tüten werden etwa von Walen verschluckt, die davon krank werden und sterben können. Robben verheddern sich in Folien oder alten Netzen und Vögel, die das Plastik fressen, können verhungern, weil ihr Magen ganz voll mit dem Müll ist.

Winzig kleine Teilchen

Besonders tückisch ist, dass Plastikmüll nicht immer zu sehen ist. Er kann mini-klein sein. Solche Plastikteilchen heißen Mikroplastik. Dazu gehören zum Beispiel Plastikfasern aus Kleidung. Wenn man ein T-Shirt aus Kunststoff-Fasern wäscht, geht bei jedem Waschgang ein Teil der Fasern ins Wasser.

Diese Fasern können irgendwann im Meer landen. Die kleinen Plastikteile sind ein großes Problem für die Umwelt. Denn sie können Giftstoffe anziehen und speichern wie ein Schwamm. Werden sie dann von Tieren gefressen, landet das Gift in deren Körpern.

Weil Mikroplastik so klein ist, gibt es fast keinen Strand der Welt, an dem es nicht vorkommt. In Deutschland ist der Sand zwar ziemlich sauber, sagen Experten. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass in jeder Sandburg an der Nordsee und an der Ostsee auch ein bisschen Plastik steckt.

Quelle: dpa
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