29.08.2012, 18:14

Jugend musiziert Unschlagbares Duo

Alisa Hopp (Klavier) und Elisabeth Kogan (Violoncello)

Foto: Reto Klar

Von Sonja Gillert

Richtige Profis sind Alisa Hopp (12) am Klavier und Elisabeth Kogan (12) am Cello. Zusammen haben sie „Jugend musiziert“ und den „Klassikpreis“ gewonnen

Die Finger von Alisa Hopp (12) rasen über die schwarzen und weißen Tasten des Flügels. Daneben sitzt Elisabeth Kogan (12) mit ihrem Cello und streicht mit einem Bogen über die Saiten des Instruments. Die Töne hüpfen durch den großen Saal, in dem die beiden Musikerinnen heute zusammen proben. Ohne Notenblätter und Pause spielen sie ein Stück von dem Komponisten Ludwig van Beethoven – Alisa und Elisabeth sind echte Profis.

Die Mädchen haben schon viele Konzerte gegeben und jetzt sind sie sogar beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in der Kategorie "Duo: Klavier und ein Streichinstrument" Erste geworden und haben den " Klassikpreis" gewonnen. So gut haben der Jury ihre Versionen von "2 Variationen über ein Thema aus ,Judas Maccabäus' G-Dur WoO 45" von dem Komponisten Ludwig van Beethoven und "Adagio und Rondo" von Carl Maria von Weber gefallen.

Üben, üben, üben

Nach der Probe springen Alisa und Elisabeth Hand in Hand die Stufen im Treppenhaus des Musikgymnasiums Carl-Philipp-Emanuel-Bach in Berlin-Mitte hinunter. Die beiden proben schon seit Dezember 2011 regelmäßig mit der Lehrerin Sabine Andert und kennen sich mittlerweile richtig gut.

"Wir gucken uns nur an und wissen, wie es dem anderen geht", sagt Alisa. Sie spielt schon Klavier, seit sie sieben Jahre alt ist. Besonders gut gefällt ihr daran, dass man mit der einen Hand eine Melodie spielen kann und gleichzeitig mit der anderen Hand etwas anderes. "Außerdem kann man dazu singen", sagt Alisa.

Auch Elisabeth singt gerne. Cello spielt sie seit sechs Jahren. Und die beiden wissen jetzt schon: Wenn sie erwachsen sind, wollen sie einen Beruf haben, bei dem sie weiter Musik machen können. Um so gut Cello und Klavier spielen zu können wie die beiden, muss man viel üben: Jeden Tag zwei bis drei Stunden.

Nach der Schule ist das oft anstrengend. "Ich würde manchmal lieber Tagebuch schreiben, etwas lesen, einen Film gucken oder eine Freundin anrufen", sagt Alisa. Damit das Üben wieder Spaß macht, spielt sie dann ein paar Lieder, die sie selbst komponiert hat oder singt ein wenig.

Wenig Zeit für die Freunde

Auch Elisabeth hat neben Cello spielen noch andere Hobbys: "Ich spiele Badminton im Verein und lese gerne." Am wichtigsten sind für die Mädchen aber ihre Freunde. Die freuen sich zwar, dass Alisa und Elisabeth so erfolgreich sind, doch: "Manche sind auch sauer auf mich, wenn ich keine Zeit habe, weil ich ein Konzert habe oder üben muss", sagt Alisa. Elisabeth kennt das.

Als gute Musiker müssen die beiden ihre Stücke aber nicht nur fehlerfrei spielen können, sondern auch so, dass das Publikum dabei traurig oder fröhlich wird, erklärt Elisabeth. Dafür hat Alisa einen Trick: "Wenn ich ein neues Stück bekomme, dann denke ich mir immer eine kleine Geschichte dazu aus." Manchmal vergisst sie beim Klavier spielen dann sogar die vielen Zuschauer. "Bei mir geht das nicht, weil ich mit dem Cello genau vor dem Publikum sitze", sagt Elisabeth und lacht.

Am 9. September treten sie beim Bundes-Preisträgerkonzert von "Jugend musiziert" im Joseph-Joachim-Konzertsaal in der Berliner Universität der Künste auf. Vor so wichtigen Auftritten bekommt Alisa oft Lampenfieber. Aber zu zweit haben sie auch das bisher immer besiegt. "Wir beruhigen uns einfach gegenseitig", sagt sie.

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