29.08.12

Zoo Berlin

Bao Bao im Bärenhimmel

Er war der letzte in einem deutschen Zoo lebende Große Panda. Nun ist Berlins größter tierischer Star gestorben

Foto: dpa
Pandabär Bao Bao
Riesig, schwarz-weiß und knuffig: Berlins letzte Pandabär starb im Alter von 34 Jahren. Foto: S. Pilick/Archiv

Er sah aus wie ein riesiges Plüschtier und war der letzte große Star im Berliner Zoo. Nun ist Bao Bao tot. Er starb am Morgen des 22. August in seinem Gehege. Der 34 Jahre alte Riesenpanda lebte seit November 1980 im Zoologischen Garten und war dort der letzte seiner Art.

Das seltene Tier war eine große Attraktion und zog ähnlich wie der 2011 verstorbene Eisbär Knut Millionen Besucher an, die ihn am liebsten bei der Fütterung sehen wollten. Das Schild mit seinen Fütterungszeiten (kleines Foto) zeigt, dass man dieses Ereignis nicht mehr beobachten kann.

Bao Bao ist wahrscheinlich an Altersschwäche gestorben. In letzter Zeit haben die Tierpfleger beobachtet, wie sein Körper immer mehr verfiel, sagte Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz. Er sei dann ganz ruhig eingeschlafen. Um ganz sicher zu sein, wird der tote Panda nun untersucht.

Bao Bao habe ein stolzes Alter erreicht, sagt der Zoodirektor. Er sei der älteste lebende männliche Bambusbär der Welt gewesen. Wie alt Pandas in freier Wildbahn werden können, weiß man nicht.

Bao Bao kam als zweijähriger Jungbär zusammen mit dem Panda-Mädchen Tjen Tjen nach Berlin. Die chinesische Regierung hatte die Bärenkinder dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt geschenkt Mit Mädchen hatte Bao Bao aber kein Glück. Tjen Tjen starb schon vier Jahre später.

Panda-Papa ist er nie geworden

Von November 1991 bis Mai 1993 wurde Bao Bao nach London entsandt, um sich mit der Pandadame Ming Ming zu paaren. Die aufregende "Hochzeitsreise" endete im Desaster. Statt die ersehnten Mini-Pandas zu zeugen, fiel Bao Bao so beißerisch über die schockierte englische "Lady" her, dass die Tiere nur mit Einsatz von Feuerlöschern getrennt werden konnten. Ming Ming büßte ein Ohr ein. Bao Bao flog unverrichteter Dinge zurück nach Berlin.

Zu Ostern 1995 reiste dann die Pandabärin Yan Yan von Peking nach Berlin. Auch diesmal gab es keinen Nachwuchs. Fast zehn Jahre lang hatten die Zoowissenschaftler gehofft, die beiden würden Junge bekommen. Doch die Pandas mochten sich nicht und mussten deshalb in getrennte Behausungen.

Beide galten als langweilig, da sie bis zu 15 Stunden genüsslich auf ihrer Bambusnahrung herumkauten und sich überhaupt nicht füreinander interessierten. Auch alle Versuche der Wissenschaftler, die Pandadame künstlich mit Bao Baos Samen zu befruchten, schlugen fehl. Yan Yan starb im März 2007 im Alter von 22 Jahren. Seitdem blieb Bao Bao allein. Große Pandas sind ohnehin Einzelgänger.

In Berlin endet mit Bao Baos Tod eine Ära. Die Aussichten, die Panda-Tradition fortzusetzen, sind gering. Die Chinesen verlangen für die Überlassung der seltenen Art pro Jahr mindestens eine Million Euro. In Europa werden die weltweit vom Aussterben bedrohten Tiere nur noch in Wien und Madrid gezeigt. In ihrer ursprünglichen Heimat in den Bergregenwäldern Chinas sollen nur noch etwa 1600 Pandas leben.

Quelle: gs/dpa
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