20.08.12

Kindermuseum

Anfassen und ausprobieren auf dem Marktplatz der Welt

"Ganz weit weg – und doch so nah" heißt die neue Erlebnisausstellung im Labyrinth Kindermuseum. Hier kann man reisen, handeln, kochen und spielen

Foto: Labyrinth Kindermuseum

Verkleiden: Die erste Station der Erlebnisausstellung ist der Verkleidungsbasar. Parisa (9), Layla (10) und Talia (12) haben sich mit bunten Tüchern, Gewändern und Schirmchen ausstaffiert

5 Bilder

Wer sagt, dass die Reisezeit nach den Ferien vorbei ist, der irrt sich. Zumindest im Labyrinth Kindermuseum fängt sie gerade erst an: Zuerst im Verwandlungsbazar einen Turban, ein besticktes Käppchen oder einen Sari schnappen – und flugs ist man in einer anderen Welt. Dann sind es nur noch ein paar Schritte bis zum großen internationalen Marktplatz.

Hier gibt es einen türkischen Schuhputzer, einen großen Obst- und Gemüsestand, Gewürze, Wassereimer an Bambusstangen und Körbe, die auf dem Kopf balanciert werden, ein mongolisches Orakel-Spiel und ein Kamel. Rund um den Marktplatz stehen eine Poststation, ein Schulhaus, eine echte mongolische Jurte, ein hellblauer Küchenwagen mit Töpfen und Kesseln und ein Küchenhaus für afrikanische, asiatische und europäische Köche und ihre Gäste.

Entdeckungstour mit acht Stationen

Kinder, die hier auf eine spielerische Reise gehen, können an den acht Stationen in der alten Fabrikhalle sehen, wie anders Kinder in anderen Ländern leben, spielen und lernen. Trotzdem werden sie auch immer wieder feststellen, wie ähnlich sich viele Dinge doch sind.

"Ganz weit weg – und doch so nah" heißt deshalb die Erlebnisausstellung, die in dem Kindermuseum gerade eröffnet wurde. Das Schöne daran: In jedes Haus kann man hineingehen, mit allen Dingen, die dort ausgestellt sind, spielen, an jeder Station kann man etwas ausprobieren. Die Länder durch die es auf dieser Tour geht, lernen die Reisenden mit ganz viel Spaß kennen.

Im Schulhaus hängen an den Wänden Bildtafeln aus verschiedenen Ländern. Eine Anleitung für "Gutes Benehmen aus Indien" beispielsweise zeigt, wie die Kinder sich dort verhalten müssen, wenn sie keinen Ärger haben wollen. In die Tische sind grüne Tafeln mit den Schriften verschiedener Sprachen eingelassen. " Berlin" auf Thai sieht ganz anders aus als in arabischen oder chinesischen Schriftzeichen. Wer will, kann sich Schulbücher aus verschiedenen Ländern der Welt ansehen.

In einer Jurte leben in der Mongolei ganze Familien. Die kunstvoll verzierte Jurte im Kindermuseum ist echt. Aggi, ein mongolischer Mitarbeiter des Museums, hat sie aus der Mongolei mitgebracht, erzählt der Museumssprecher Nikola Mirza. Wie sie aufgebaut wird, warum ein Loch in der Mitte des Dachs ist und wie darin geheizt oder gekocht wird, erfahren alle Kinder, die zum Lesen, Geschichtenhören und Entspannen in das große runde Zelt kommen. Dabei liegen sie auf dem Teppich auf dem Boden oder sitzen auf kuscheligen Kissen im Kreis.

Im benachbarten Küchenhaus gibt es exotische Gewürze und fremdartige Küchenwerkzeuge, eine Essecke, mit einem niedrigen Tisch, der nach Lust und Laune asiatisch, afrikanisch oder europäisch gedeckt werden kann. Die Ecke sieht orientalisch aus, man kann hier aber auch ausprobieren, wie man mit Stäbchen isst.

Hütten bauen und Reisen buchen

Wem das bunte Treiben rund um den Marktplatz der Welt nicht reicht, der kann die oberen Galerien des hohen Museumsraums erkunden, dort gibt es Röhren, Seile, Matten und Decken zum Bauen von Häusern, Höhlen und Hütten, einen Kreativ-Bereich für junge Künstler und eine Wand, an der jeder Besucher seine Gedanken zu der Ausstellung künstlerisch festhalten kann.

Der Clou ist das Ganzweitweg-Reisebüro. Hier können Kinder ihre Traumreisen buchen, die sie zuvor in Katalogen studieren und planen können. Weltzeituhren helfen dabei zu schauen, wie groß die Zeitunterschiede an den Orten sind. Gibt es Züge in dem Land meiner Wahl oder doch nur Busse und Eselskarren? Was muss man dort unbedingt anschauen und was essen die Leute dort? Hier und auch an einigen anderen Stationen können auch die Eltern mitspielen. Wenn sie sich nicht gerade auf der Pausentreppe ausruhen und das bunte Treiben von oben aus beobachten.

Ausstellung für Kinder von drei bis elf Jahren. Bis Ende März 2014 im Labyrinth Kindermuseum, Osloer Straße 12, Berlin-Wedding. Geöffnet: Fr. + Sbd. 13–18, So. 11–18 Uhr; für Gruppen und Schulklassen auch Mo.-Fr. 9–18 Uhr,  800-9311-50; Eintritt: 4,50 €; freitags 3,50; Familien: 13 €. Infos: www.labyrinth-kindermuseum.de

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