25.07.2012, 08:46

Olympische Spiele 2012 Schneller, höher, weiter! London wird zur Hauptstadt des Sports

Von Tom Riens

Am 27. Juli beginnen die Olympischen Sommerspiele 2012. Etwa 10.500 Sportler aus mehr als 200 Nationen treten an

Jetzt laufen und springen sie bald wieder! Schleudern wie vor über 2500 Jahren Diskus und Speer. Sie ringen, reiten und reißen am Ende jubelnd die Arme hoch. Vom 27. Juli bis zum 12. August treffen sich die besten Sportler der Welt in London zu den Olympischen Sommerspielen.

Begonnen hat alles im Jahr 776 vor Christus im griechischen Olympia. Da gewann ein gewisser Koroibos den einzigen Wettkampf. Einen Lauf über die Distanz des Stadions. Das waren genau 192,24 Meter. Die Sportspiele dauerten also rund 25 Sekunden, bevor der erste und einzige Sieger feststand.

Später weiteten die Griechen ihre Spiele aus. Aus dem ersten Sprint wurden 18 Sportarten, die über fünf Tage ausgetragen wurden. So löste der Sport langsam den religiösen Ursprung des Festes ab, das zu Ehren des Gottes Zeus veranstaltet wurde. Als die Römer Griechenland eroberten, schlief die Idee der Spiele ein.

Sackhüpfen war olympische Disziplin

Aufgeweckt wurde sie vor rund 150 Jahren gemeinsam von Engländern, Franzosen, Deutschen und Griechen. Im Jahr 1896 rief Athen "Die Jugend der Welt" zu den ersten Spielen der Neuzeit. Es kamen 250 Sportler. In London treten jetzt geschätzt 10.500 aus mehr als 200 Ländern an. Die Frauen und Männer kämpfen in 302 Wettbewerben um Goldmedaillen.

Im Laufe der Zeit wurden die Spiele also immer größer. Viele Sportarten kamen hinzu, andere verschwanden. Bei den Spielen im Jahr 1900 in Paris wurde noch auf lebende Tauben geschossen. Der Belgier Léon de Lunden tötete 21 Tiere, bekam Gold und 5000 Franc. Andere Disziplinen haben wenigstens auf Kinderfesten überlebt. 1904 gab es für Sackhüpfen Gold-Silber-Bronze.

1906 gewinnen die deutschen Männer Gold im Tauziehen. Bis 1932 konnte man beim Seil hochklettern Edelmetall erringen. Zuletzt wurden Softball und Baseball gestrichen. Dafür dürfen nach 90 Jahren Pause jetzt wieder Männer und Frauen gemeinsam beim Tennis im "Mixed-Doppel" antreten.

Nur das IOC darf bestimmen

Welche Sportarten zugelassen sind, entscheiden nicht die Sportler selbst, sondern eine mächtige Organisation: das "Internationale Olympische Komitee", IOC genannt. Das IOC hat alle Rechte an den Olympischen Symbolen. Dazu gehören die Fahne mit den fünf Ringen, das Motto der Spiele und die Hymne.

Das IOC bestimmt auch alleine über die Spiele selbst und wo sie stattfinden. Das ist wichtig, denn mit den Spielen wird viel Geld verdient. Bei den letzten beiden haben die "Herren der Ringe" vom IOC 5,45 Milliarden Dollar eingenommen. Das ist mehr Geld als Staaten wie Kenia oder Ghana im ganzen Jahr ausgeben können. Für soviel Macht wird das IOC oft kritisiert.

Am Ende werden sich aber alle freuen, wenn Königin Elisabeth II. die Londoner Spiele eröffnen wird. Die Royals sind da geübt. Denn 2012 richtet England das Weltsportfest zum dritten Mal aus. 1948 hatte Elizabeths Vater, König George VI., die zweiten Spiele in London eröffnet. 1908 gab ihr Großvater König Edward VII. 1908 den Startschuss. Ihm zu Ehren wurde die Marathonstrecke auf 42,195 km verlängert. Der König wollte den Startschuss auf seiner Ehrentribüne am Schloss Windsor abgeben. So wurde der Lauf bis zum Ziel im Stadion eben rund zwei Kilometer länger als bis dahin üblich.

Und die Berliner? Die waren 1936 Olympia-Gastgeber und trainieren fleißig. Seit 1992 traten 387 Berliner bei Olympischen Spielen an und gewannen 109 Medaillen. In diesem Jahr fahren 47 Berliner Olympioniken nach London. Gute Chancen haben der Diskusweltmeister Robert Harting und Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen. Beide sorgen sich in London nur um eins. Ob das Essen schmeckt. Die englische Küche hat keinen tollen Ruf.

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