25.06.12

Forschung

Ein Ufo in der Ostsee?

Schatztaucher entdecken auf dem Meeresgrund einen rätselhaften Fels - er ist der Anlass für viele Spekulationen

Von Ulli Kulke
Foto: Deviantart/Hauke Vagt
Die 3D-Animation zeigt das Objekt auf dem Meeresboden – es könnten auch die erstarrten Reste eines Unterwasservulkans sein, meint ihr Entdecker
Die 3D-Animation zeigt das Objekt auf dem Meeresboden – es könnten auch die erstarrten Reste eines Unterwasservulkans sein, meint ihr Entdecker

Ein rätselhafter Felsblock auf dem Grund der Ostsee sorgt derzeit für wilde Spekulationen. Zeichnen sich auf den Bildern, die Taucher aus 90 Metern Tiefe mitbrachten, etwa die Reste eines riesigen Ufos ab – wie Ufo-Freunde sofort vermuteten, oder verrät dieser Fels etwas für Geologen ganz Neues über die Beschaffenheit des Ostseegrunds?

Mit einer solchen Entdeckung hatten die Schatztaucher des Unternehmens "Ocean Explorer" jedenfalls nicht gerechnet. Eigentlich waren sie auf der Suche nach Weinflaschen. Waren hinabgetaucht auf den Grund der Ostsee, wollten Kisten holen aus dem Bauch von Schiffen für den russischen Zaren, die im ersten Weltkrieg von deutschen U-Booten versenkt wurden. Die fanden sie nicht, doch ihre unerwartete Entdeckung könnte womöglich viel mehr Aufsehen erregen.

Gab es in der Ostsee Unterwasservulkane?

An der Ufo-Spekulation wollte sich Peter Lindberg, der Firmeninhaber von Ocean Explorer, nicht beteiligen. Er ist da vorsichtiger. Lindberg hält es für möglich, dass der Steinblock mit 60 Metern Durchmesser, der sich seinen Augen und seinen Sonargeräten in den Tiefen des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und Finnland offenbarte, die erstarrten Reste eines Unterwasservulkans darstellt.

Vulkanische Aktivitäten auf dem Grund der Ostsee? Ein unbekannter "Feuerring" unter der nur scheinbar friedlichen Oberfläche? Wähnt man sich dort zu Unrecht sicher vor Erdbeben? Es wäre eine Sensation. Sie würde das bisherige Wissen der Geologen über dieses Gebiet über den Haufen werfen.

Lindberg will sich auf keine Interpretation festlegen, doch immerhin verriet er auch, dass er vergangene Woche bei der erneuten Fahrt zum Fundort wenige Dutzend Kilometer vor der Ankunft einen 50 Meter hohen Berg in der Form eines klassischen Vulkankegels gesehen habe. Aus dessen Spitze quoll obendrein eine undefinierbare Wolke. Ein aktiver "Black Smoker" in der Ostsee, ein Unterwasservulkan?

Die nähere Umgebung dieser Erscheinung sei in ein sehr hellrotes Licht getaucht gewesen, behauptet der Schatztaucher. Grundsätzlich unterscheide sich aber auch die weitere Umgebung des Fundortes, dessen Lage Lindberg nicht verraten will, stark von dem übrigen nur sanft hügeligen Ostseeboden. Man finde dort tiefe Gräben, hohe Berge, senkrechte Wände.

Die Ostsee ist noch nicht wirklich erforscht

Was immer sich hinter den Erscheinungen verbirgt, eines zeigt die Angelegenheit erneut: Selbst die Ostsee – Europas Dorfteich – ist bisher nur an wenigen Stellen wirklich erforscht. Die neu entdeckte Struktur kann weder von einem Schiff noch aus einem Flugzeug auf den Meeresgrund gefallen sein, dafür ist sie zu groß.

Immerhin: Die ersten "Black Smoker", wurden erst vor 35 Jahren entdeckt und waren durchaus eine Sensation. Manche Fälle aber bleiben bis auf weiteres ungeklärt.

Bis das Wasser von Westen hereinströmte, war die Ostsee über weite Strecken begehbares Land. Historiker gehen davon aus, dass das Gebiet der heutigen Küsten damals bereits besiedelt worden war, vielleicht gab es da ja auch den einen oder anderen begnadeten Steinmetz, womöglich mit überirdischen Kräften. Oder waren es doch Außerirdische? Unter ihnen soll es ja ein Volk mit dem passenden Namen geben: die Vulkanier.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Video Nachrichten mehr
"The Interview" Sonys Nordkorea-Satire kommt in den Giftschrank
"Foodini" Hier kommen Lebensmittel aus dem 3D-Drucker
Australien Video zeigt letzte Sekunden des Sydney-Geiseldrama…
Sebastian Edathy "Filme zu bestellen war falsch, aber legal�…
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Test

So gut sind die neuen Kompaktkameras

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote