EM
Schulfrei zum Fußball-Gucken
Wenn es nicht gerade um das eigene Team geht, drücken die polnischen Kinder der deutschen Mannschaft die Daumen
Dzien Dobre! Wie groß ist die Vorfreude auf die EM in Polen? Die Antwort: Riesig! Als ich in der polnischen Hauptstadt Warschau für " logo!", die ZDF-Kindernachrichten, unterwegs war, habe ich das an jeder Ecke gemerkt. Im doppelten Sinne das größte Beispiel: Das neu gebaute EM-Stadion! Jeder, der es sieht, macht ein Foto vom Stadion! Klar, auch ich, mit meinem Handy – ich will ja was zeigen können, wenn ich nach Hause komme.
Auch in den Geschäften – überall Europameisterschaft. Fan-Artikel so weit das Auge reicht: Rot-weiße Schals, Mützen, Tassen, alles was der wahre Fan braucht. Ja, selbst Essen ohne EM geht nicht: Auf jeder Speisekarte gibt's Extra-Angebote zur EM. Besonders lecker übrigens die typischen polnischen gefüllten Nudeltaschen: Pierogi. Warschau ist eine wunderschöne, moderne Stadt mit vielen jungen Leuten.
Polens Jugend ist im EM-Fieber
Auch die Jugendlichen in Polen sind im EM-Fieber. Das erlebe ich beim Spiel der Jugendmannschaft der Adler Warschau. Die Zwölf- bis 14-Jährigen sind alle fußballverrückt. Und nicht nur sie: Am Spielfeldrand stehen Eltern, Freunde und Geschwister – jubelnd, fluchend und schreiend. Einige haben sich die polnische Flagge weiß-rot auf die Wange gemalt, um sich schon ein bisschen auf die EM einzustimmen.
Am Ende gewinnen die Jungs der Adler Warschau das Spiel ziemlich eindeutig mit 5:1 und ich spreche mit ihnen über die EM. "Ich freue mich sehr, denn ich habe Karten ergattern können", erzählt stolz der zwölfjährige Maciek. "Ich schau mir also ein Spiel im Stadion an."
Aber auch diejenigen, die keine Karten bekommen haben, haben genug Zeit zum Fußball-Gucken. Während der EM haben die Jugendlichen nämlich alle schulfrei. Ja, ich weiß, ist unfair, finde ich auch. Der 13-jährige Emil freut sich darüber, dass in Warschau so viel neu gebaut wurde: "Die Stadien, die U-Bahn, neue Bahnhöfe und das bleibt ja auch alles." Auch das gehört zu so einem großen Fußball-Turnier.
Polen zählt leider nicht zu den Favoriten
Aber nicht nur in Warschau, sondern auch in den anderen EM-Städten in Polen und in der Ukraine wurde viel gebaut. Wenn Besuch kommt, räumt man eben auf und putzt sich heraus.
Und wie schätzen die Jungs die Chancen der Polen bei der EM ein? Da sind sie alle etwas vorsichtig. "Ich hoffe sie schaffen die Vorrunde." Das ist so ziemlich die eindeutigste Meinung unter den jungen Kickern. Ganz fest Daumen drücken werden sie alle.
Auch für Deutschland übrigens. Denn mit Lukas Podolski und Miroslav Klose spielen zwei gebürtige Polen in der deutschen Nationalmannschaft. Sie müssen den polnischen Fans nach den Trainings viele Autogramme geben.
Unser Gastautor Tim ist Reporter bei logo!. Seine Beiträge zur EM gibt es in den Kindernachrichten zu sehen: Sbd.–Do. 19:50 Uhr, Fr. 19.25 Uhr und auf logo.de















