28.02.12

Tarifstreit

Auf Berlins Flughäfen wird spontan gestreikt

Nach Frankfurt am Main wird demnächst wohl auch auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gestreikt. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte jetzt Arbeitsniederlegungen von Bodendienstleitern an – ohne allerdings einen Termin zu nennen.

Foto: dpa/DPA
Warnstreik an Berliner Flughäfen möglich
Auch auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wird wohl bald gestreikt

Wer in Berlin auf gepackten Koffern sitzt, muss sich auf Überraschungen gefasst machen. Zum Flughafenstreik in Frankfurt könnte bald ein Ausstand in Berlin kommen.

Im deutschen Luftverkehr stehen durch einen Warnstreik in Berlin weitere Einschränkungen bevor. Die Gewerkschaft Ver.di will in den nächsten Tagen kurzfristig zu spontanen Arbeitsniederlegungen in Tegel und Schönefeld aufrufen, wie sie am Dienstag angekündigte. "Wir fangen nicht gleich mit der härtesten Keule an", sagte Verhandlungsführer Jens Gröger. "Aber es wird zum Warnstreik kommen."

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die 1500 Beschäftigten des Dienstleisters Globeground. Sie kümmern sich an Deutschlands drittgrößtem Luftverkehrsstandort um die Passagier- und Gepäckabfertigung. "Der Warnstreik wird nicht über Tage gehen, aber er wird ein Signal setzen", sagte Gröger.

Der Ausstand werde sehr kurzfristig angekündigt, um es dem Arbeitgeber zu erschweren, Ersatzpersonal zu beschaffen, sagte Gröger. "Beim letzten Mal wurden über Wochen Streikbrecher in Hotels vorgehalten."

Ver.di fordert für die Globeground-Beschäftigten 4 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Sie verdienen laut Gewerkschaft zwischen 1449 und 2300 Euro brutto im Monat. In den Verhandlungen habe Verdi sich zu einer Arbeitszeiterhöhung bereit erklärt, die faktisch zu einer Nullrunde führe, sagte Gröger. Das habe Globeground abgelehnt.

Der Arbeitgeber wolle die Entgelte einfrieren oder senken und plane Einschnitte im Manteltarif, etwa beim Weihnachtsgeld und durch geteilte Schichtdienste sowie die Streichung von zehn Ausgleichstagen für Schicht-, Feiertags- und Sonntagsarbeit.

Das Unternehmen kümmert sich um 80 Prozent der Bodendienstleistungen an den beiden Berliner Flughäfen. Laut Ver.di beschäftigt es auch 500 Leiharbeiter. Als die Beschäftigten vor zwei Jahren zuletzt streikten, startete in Tegel und Schönefeld nur jede dritte Maschine.

Seit vergangener Woche kommt es schon durch Streiks an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt zu zahlreichen Ausfällen. Für Mittwoch ruft die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) dort zusätzlich zu den rund 200 Vorfeldmitarbeitern die Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung zum Ausstand auf.

Quelle: dapd/dpa/nbo
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