Tarifstreit
Arbeitgeber lehnen Schlichter bei BVG ab
Die Gewerkschaft Ver.di verzichtet vorerst auf neue Warnstreiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben, setzt stattdessen auf ein Schlichtungsverfahren. Doch das wird von den Arbeitgebern abgelehnt, zumindest vorerst.
Im Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wollen die Arbeitgeber zunächst weiter verhandeln, anstatt einen Schlichter zu einzuschalten. Die Gewerkschaft Ver.di hatte gefordert, den Konflikt durch ein Schlichtungsverfahren zu lösen. "Dem verschließen wir uns grundsätzlich nicht", sagte Silke Leicht-Gilles, die Sprecherin des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) am Donnerstag. "Eine Schlichtung sollte aber erst in Erwägung gezogen werden, wenn Verhandeln nicht mehr möglich ist." Noch habe keine Seite erklärt, dass die Verhandlungen für die rund 12.600 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochter Berlin Transport gescheitert seien.
Der KAV forderte, dass die Gewerkschaft endlich eine konkrete Forderung vorlege. Bislang spricht Ver.di lediglich von Einkommensverbesserungen oberhalb der Teuerungsrate. "Unter Inflationsrate + X kann sich keiner etwas vorstellen", sagte Leicht-Gilles. Im vergangenen Jahr lag die Inflation in Deutschland bei 2,3 Prozent. Die Arbeitgeber orientieren sich in ihren bisherigen Angeboten an der Prognose der Bundesbank: 1,8 Prozent für dieses und 1,5 Prozent für nächstes Jahr. Die Angebote lägen spürbar darüber. Ver.di sieht das anders.
Läge eine konkrete Forderung vor, könne noch in dieser Woche weiter verhandelt werden, hoben die Arbeitgeber hervor. Bislang wollen sich beide Seiten am nächsten Mittwoch wieder an einen Tisch setzen. Ver.di hatte mit weiteren Warnstreiks bei dem Landesunternehmen gedroht, sollten sich die Arbeitgeber nicht auf eine Schlichtung einlassen. Am Sonnabend hatte die Gewerkschaft erstmals in dieser Tarifrunde Trams, Busse und U-Bahnen lahmgelegt. Die S-Bahn ist von dem Konflikt nicht betroffen.
Die Tarifunion des Beamtenbundes dbb, die ebenfalls über die Tarife im Nahverkehr verhandelt, hatte die Schlichtung schon am Donnerstag abgelehnt.
Ver.di beharrt hingegen auf eine Schlichtung. "Zudem stehen wir für ein verhandelbares Angebot weiter zur Verfügung", teilte die Gewerkschaft am Donnerstag nach Angaben eines Sprechers dem Kommunalen Arbeitgeberverband mit. Ver.di hatte die Schlichtung nach der siebten Verhandlungsrunde am Montag gefordert.
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