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22.02.12

Arbeitsunfall

Gerüstbauer stürzt aus 17. Stock in den Tod

Weil er bei böigem Wind sein Gleichgewicht nicht halten konnte, ist ein Gerüstbauer in Berlin-Marienfelde aus 50 Metern Höhe in den Tod gestürzt. Offenbar wäre der Unfall vermeidbar gewesen.

© Steffen Pletl
Arbeitsunfall
Das Schicksalshochhaus in Berlin-Marienfelde

Bei Bauarbeiten an einem Hochhaus in Berlin-Marienfelde ist ein Gerüstbauer aus knapp 50 Metern Höhe in den Tod gestürzt. Der Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen gegen 8.45 Uhr an einem Gebäudekomplex in der Hochhaussiedlung an der Waldsassener Straße. Die Polizei und das Landesamt für Gesundheitsschutz, Arbeitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi) haben die Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen verlor der 46-Jährige bei böigem Wind auf dem noch ungesicherten Gerüst offenbar das Gleichgewicht.

An einem der Hochhäuser wird momentan die Außenfassade saniert. Die Arbeiter sind bereits seit geraumer Zeit damit beschäftigt, asbesthaltige Teile zu entfernen. Sie haben sich dabei nach und nach vom Erdgeschoss bis auf die Höhe der 17. Etage hochgearbeitet. Am Mittwoch sollte das Baugerüst weiter aufgestockt werden – eine Aufgabe, mit der der 46-Jährige betraut war. Er wurde von Kollegen als Gerüstbauer mit langjähriger Erfahrung beschrieben.

Besonders tragisch an dem Unfall ist, dass der Bauarbeiter vermutlich durch eigene Nachlässigkeit in die Tiefe stürzte. Der Unfall passierte, als der 46-Jährige für die nächste, über ihm liegende Ebene eine Bohle einsetzen wollte. Dabei hätte er auf seiner Ebene zunächst das Seitengeländer anbringen müssen. "Erst danach hätte er an der nächst höheren Ebene weiterbauen dürfen", sagte Bernd Horn, Referatsleiter im Lagetsi am Mittwochnachmittag. Mit vorschriftsmäßig eingebautem Seitenschutz sei der Sturz vermeidbar gewesen, stellte Horn fest.

Nach dem tödlichen Sturz wurden die Arbeiten zunächst unterbrochen. Ein Kollege des Verunglückten, der sich beim Sturz in dessen unmittelbarer Nähe befand, erlitt einen schweren Schock und wurde von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Für den 46-Jährigen, über dessen Identität die Polizei keine weiteren Angaben machte, kam dagegen jede Hilfe zu spät, er war sofort tot.

Quelle: hhn
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