Berlin-Reinickendorf
Mord an 85-Jähriger - Polizei sucht Zeugen
Am 10. Februar 2012 wurde Ursula Müller tot in ihrer Wohnung gefunden. Inzwischen steht fest, dass die 85-Jährige aus Berlin-Reinickendorf ermordet wurde. Die Polizei tappt im Dunkeln und bittet die Bevölkerung um Hinweise.
Von Dominik Ehrentraut und Steffen Pletl
Es ist ein mysteriöser Fall, der die Ermittler der 4. Mordkommission derzeit beschäftigt. Am 10. Februar 2012 wurde die 85-jährige Ursula Müller tot in ihrer Wohnung an der Berenhorststraße 6 in Berlin-Reinickendorf gefunden. Zunächst gingen die Ermittler von einem natürlichen Tod aus. Nun hat die Polizei aber Hinweise, dass die Seniorin ermordet wurde und ermittelt nun wegen Verdachts des Raubmordes.
Offiziell geben die Ermittler nur wenig preis – um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Fest steht, dass die gehbehinderte Ursula Müller ihre Wohnung in den vergangenen Wochen nicht mehr verlassen konnte. Sie war auf Hilfe von Verwandten und langjährigen Bekannten angewiesen, heißt es bei der Polizei. Laut Obduktionsergebnis muss Ursula Müller am 10. Februar 2012 zwischen 9 Uhr und 9.50 Uhr gestorben sein.
Trotz eines Fahndungsaufrufes am Montag seien bislang noch keine Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler interessieren sich insbesondere dafür, ob jemandem am Vormittag des 10. Februar verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Umgebung von Ursula Müllers Wohnung aufgefallen sind. Zudem fragen die Fahnder, ob es an jenem Tag oder davor Besuche von Vertretern oder anderen ähnlichen Personen gegeben hatte.
Hinweise nimmt die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes unter Tel: (030) 4664911401 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Als die Ermittler die tote Seniorin in einer ersten Leichenschau begutachteten, konnten sie keine äußerlichen Hinweise auf ein Fremdverschulden entdecken. Erst die anschließende Obduktion habe ergeben, dass Ursula Müller ermordet wurde, hieß es bei der Polizei. Eine mögliche Todesursache könnte sein, dass Ursula Müller erstickte. Da die Ermittler anfangs nicht von einem Verbrechen ausgingen, ist anzunehmen, dass keine Einbruchsspuren an der Wohnungstür festgestellt werden konnten.
Auch die Räume der Wohnung müssten demnach unversehrt geblieben sein. Ursula Müller muss ihren Mörder also entweder selbst in die Wohnung gelassen haben. Denkbar ist auch, dass der Täter klingelte und die gebrechliche Frau überwältigte und anschließend ermordete. Letztendlich könnte es sogar sein, dass der Mörder von Ursula Müller einen Schlüssel zu der Zwei-Zimmer-Wohnung hatte und sich selbst Zutritt verschaffen konnte.
Nachbarn berichten, dass täglich jemand die pflegebedürftige Rentnerin besucht habe. In den 90er-Jahren soll sie sich einer Hüftoperation unterzogen haben, von der sie sich jedoch nie wieder erholte. Seitdem habe sie sich nur auf Krücken und mit einem Rollator fortbewegen können. Sie sei eine liebenswerte Frau gewesen, die seit dem Tod ihres Lebensgefährten vor knapp zwanzig Jahren allein in der Wohnung an der Berenhorststraße wohnte, hieß es. Oft gesehen habe man sie jedoch wegen ihrer Gebrechen nicht. Nach Informationen von Morgenpost Online soll Ursula Müller auf dem Boden liegend gefunden worden sein, die Krücken sollen neben ihr gelegen haben. So könnte zu erklären sein, dass die Ermittler zunächst von einem tödlichen Sturz der Seniorin ausgegangen sein könnten. Zudem ist am Dienstag bekannt geworden, dass Bargeld fehlen soll. Die Polizei machte jedoch weder zur Todesursache noch zur Höhe des gestohlenen Geldbetrages Angaben.
Am Mittwochmittag waren wieder Kriminalbeamte in der Erdgeschoss-Wohnung von Ursula Müller. Ob sie Hinweise finden konnten, die zur Aufklärung der Tat führen könnten, ist ungewiss. Angesichts der vielen offenen Fragen sind die Ermittler deshalb weiterhin auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen.
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