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13.02.12

Kahlschlag

Unter den Linden fallen jetzt die Linden

Berlins Boulevard Unter den Linden verliert in großen Abschnitten seine namensgebenden Bäume. Wegen des Weiterbaus der U-Bahnlinie sind die ersten von 54 Linden gefallen. Ende der Woche wird die komplette Mittelpromenade zwischen Komischer Oper und Staatsbibliothek kahl sein.

AFP

Diese Karte zeigt die Streckenführung (rote Markierung) der bislang über drei Stationen verfügenden U55. Weitere sollen im kommenden Jahrzehnt folgen.

12 Bilder

Auf dem Boulevard Unter den Linden hat am Montag die Fällung von 54 Linden begonnen. Die Bäume müssen wegen des Weiterbaus der U-Bahnlinie 5 weg, teilte ein Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit. Auf dem Boulevard Unter den Linden gibt es nach Angaben des Grünflächenamts im Bezirk Mitte 304 Linden.

Auf der Kahlschlag-Liste steht die komplette Mittelpromenade zwischen Komischer Oper (Glinkastraße) und Staatsbibliothek (Charlottenstraße). Die Arbeiten haben an der Charlottenstraße begonnen und sollen voraussichtlich frühestens Donnerstag abgeschlossen sein. Von jedem der Bäume sei der Wert ermittelt worden. Der Bezirk habe Geld erhalten, um später neue Linden pflanzen zu können, sagte der Sprecher.

Von Mitte März an entsteht in Höhe Friedrichstraße die größte U5-Baustelle. Sie wird mehr als 20 Meter tief in die Erde gegraben. Unterhalb des Tunnels der bereits vorhandenen U6 wird die Sohle des neuen Bahnhofs liegen. Ab Juli 2019 sollen dort Züge halten.

Oben auf der Mittelpromenade sollen dann acht bis zehn Jahre alte Jungbäume gepflanzt werden. Es sollen ausschließlich Kaiserlinden (lat. Tilia pallida) sein. Die 54 Bäume, die der U-Bahn-Baustelle weichen müssen, sind etwa 60 Jahre alt. Die Berliner Straßen-Linden werden nach Angaben des Grünflächenamtes des Bezirks Mitte im Durchschnitt 80 Jahre alt.

Im Jahr 1647 wurde nach Überlieferungen der damalige Reitweg in den Tiergarten mit sechs Baum-Reihen begrünt. 1820 wurden daraus vier Reihen. Erst 1936 zu den Olympischen Spielen wurden einheitlich Silberlinden gepflanzt. Von diesem Jahrgang sind nur noch fünf übrig.

Quelle: dpa/ap
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