Berlin-Neukölln
Menschenknochen in Messi-Wohnung entdeckt
An der Emser Straße in Berlin-Neukölln haben Angestellte einer Entrümpelungsfirma einen schrecklichen Fund gemacht. In einer völlig vermüllten Wohnung fanden sie menschliche Knochen. Eine Obduktion muss jetzt klären, ob ein Tötungsdelikt vorliegt.
Mitarbeiter einer Entrümpelungsfirma sind bei der Räumung einer völlig verwahrlosten Wohnung an der Emser Straße in Neukölln auf einen grausigen Fund gestoßen. Unter Bergen von Unrat entdeckten sie am Freitag in der Hinterhauswohnung ein menschliches Skelett. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Die "Gesamtumstände" sowie die am Sonnabend durchgeführte Sofortobduktion hätten Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen ergeben, formulierte ein Polizeisprecher vorsichtig.
Klarheit sollen jetzt weitere rechtsmedizinische Untersuchungen bringen. Unklar ist neben der Todesursache auch noch die Identität des Toten. Einiges spricht dafür, dass es sich um Wolfgang L., den Mieter der Wohnung handelt. L. lebte nach Angaben von Nachbarn seit etwa zehn Jahren in der 45 Quadratmeter-Wohnung im zweiten Stock des etwas heruntergekommen wirkenden Altbaus. Er wurde in der Nachbarschaft schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen. Wie langer schon nicht mehr, darüber machten Anwohner allerdings unterschiedliche Angaben. Ein Nachbar sprach von einigen Monaten, ein anderer von etwa zwei Jahren.
Die Räumung der Wohnung sollte am Freitag im Auftrag der Hausverwaltung erfolgen. Nachbarn hatten sich zuvor wiederholt über den aus der Wohnung dringenden Geruch – einige Bewohner des Hauses sprachen konkret von Verwesungsgeruch - beschwert. Ein Hausbewohner sagte am Sonnabend, der "furchtbare Geruch" sei bereits vor einem halben Jahr deutlich wahrnehmbar gewesen, er habe die Hausverwaltung auch darauf aufmerksam gemacht. Warum erst jetzt auf die vielen Beschwerden reagiert wurde, ist unklar, wie so vieles an dem Fall.
So berichten Anwohner von einer Frau, die noch bis vor wenigen Wochen regelmäßig in der Wohnung ein und ausgegangen sein soll. In welcher Beziehung sie zu dem Mieter stand, ist noch unklar. Die Polizei hat ein Foto der rätselhaften Frau, Ermittler haben es am Sonnabend allen von ihnen befragten Personen aus der Nachbarschaft gezeigt.
Die Wohnung befand sich nach Angaben eines Polizeibeamten in einem "unbeschreiblichen Zustand", alles sei mit Kisten und Mülltüten voll gestellt gewesen.
Nachbarn beschreiben Wolfgang L. als einen um die 60 Jahre alten, zurückgezogen lebenden "Eigenbrödler". Ob es sich bei dem Toten tatsächlich um L. handelt, wann und auf welche Weise er ums Leben kam, sollen jetzt die weiteren vorgesehenen Untersuchungen in der Rechtsmedizin klären.
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