Unfallbilanz
Auf Berlins Straßen sterben mehr Menschen
Deutlich mehr Tote und Verletzte – so lautet das Ergebnis der Berliner Verkehrsunfallstatistik 2011. In der Hauptstadt starben 54 Menschen im Straßenverkehr, zehn mehr als im Vorjahr.
Mehr Unfalltote, mehr Verletzte, aber etwas weniger Verkehrsunfälle auf den Straßen Berlins: Bei 130.463 Unfällen sind im Jahr 2011 54 Menschen getötet worden, 10 mehr als 2010, wie Polizei-Vizepräsidentin Margarete Koppers am Freitag in Berlin sagte. 17.034 Menschen wurden bei Unfällen verletzt, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Unfälle sank gegenüber dem Vorjahr um 0,06 Prozent. Statistisch gesehen musste die Polizei alle vier Minuten zu verunglückten Fahrzeugen und Zweirädern ausrücken.
Erstmals seit zehn Jahren sei der Trend rückläufiger Zahlen bei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern gebrochen worden, erläuterte Koppers bei der Präsentation der Unfallstatistik für 2011. Unter den 54 Opfern waren 40 Fußgänger und Radfahrer. Allerdings nehme die Hauptstadt mit 1,4 Verkehrstoten pro 100.000 Einwohner den letzten Platz unter allen Bundesländern ein.
Deutlich gestiegen ist die Zahl verunglückter Radfahrer. An 7376 Unfällen (plus 55 Prozent) waren sie beteiligt. In 45 Prozent der Fälle seien die Radler als Hauptverursacher einer Kollision ausgemacht worden. Koppers kündigte deswegen mehr Kontrollen an. Eine dauerhafte Überwachung sei aber kaum möglich, sagte sie. Statistisch gesehen ist in Berlin alle zwei Stunden ein Radfahrer in einen Unfall verwickelt gewesen.
Fehler beim Abbiegen ist Haupt-Unfallursache
Als Haupt-Unfallursache nannte Koppers Fehler beim Abbiegen. Bei diesen Unfällen habe es mit 10.783 Fällen gegenüber 2010 einen Anstieg um 6,3 Prozent gegeben. Einen deutlichen Rückgang hat es bei Unfällen als Folge überhöhter Geschwindigkeit gegeben. 3.036 Fahrer waren zu schnell unterwegs und bauten deswegen einen Unfall. Das waren halb so viele wie 2010. Bei 20.000 Einsätzen gingen die Beamten im vergangenen Jahr auf die Suche nach Rasern. Das waren elf Prozent mehr Einsätze als 2010. "Da ist nicht mehr Steigerungspotenzial möglich", betonte der Sachgebietsleiter für Verkehr, Markus van Stegen.
11,5 Millionen Autos wurden bei den Kontrollen erfasst. Mehr als 800.000 davon seien zu schnell gewesen, erläuterte Stegen. 630.000 wurden dafür geahndet. Die Differenz erklärte der Verkehrsexperte mit dem Toleranzbereich bei Geschwindigkeitsüberschreitungen. Vermehrt Kontrollen soll es in diesem Jahr vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen geben. Nach den Worten Koppers sind im Vorjahr 17 Senioren bei Unfällen ums Leben gekommen.
Die meisten Unfälle in Berlin gab es 2011 mit 308 Fällen am Ernst-Reuter-Platz. 266 Mal krachte es am Jakob-Kaiser-Platz in Charlottenburg und am Großen Stern mit 246 Unfällen. Den insgesamt durch Verkehrsunfälle entstandenen Schaden in Berlin bezifferte Koppers auf 1,09 Milliarden Euro.
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