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10.02.12

Shoppen an der Spree

In Berlin soll ein Einkaufs-Ufo landen

Zwar sind Nummer 60 und 61 noch nicht eröffnet, doch plant die Hauptstadt bereits ein weiteres Einkaufszentrum. Das 65.000 Quadratmeter große "Spree Shopping Berlin" in Friedrichshain-Kreuzberg soll 2014 seine Pforten öffnen – die futuristischen Entwürfe erinnern an ein Ufo.

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Gelandet: Neben der O2 World (li.) soll das Einkaufs-Ufo stehen. Daneben ist Platz für ein Hochhaus an der Warschauer Brücke (re.)
Gelandet: Neben der O2 World (li.) soll das Einkaufs-Ufo stehen. Daneben ist Platz für ein Hochhaus an der Warschauer Brücke (re.)

Das futuristische Glasdach ist geschwungen wie ein gigantischer Bumerang. Darunter finden nicht nur ein Sportzentrum, sondern auch 120 Geschäfte auf vier Ebenen Platz. So soll es aussehen, Berlins jüngstes Shopping-Center, dessen Baupläne der Investor und Bauherr, die CKV Immobilien GmbH aus München, am Mittwochabend in Berlin vorgestellt hat. Das "Spree Shopping Berlin" wird das 62. Center in der Stadt. Derzeit gibt es in Berlin 59, Nummer 60 und 61 sind aber bereits im Bau. Berlin gilt ohnehin schon als Hauptstadt der Shopping-Center. München und Frankfurt etwa bringen es lediglich auf drei beziehungsweise sieben Zentren, Hamburg immerhin auf 41.

Der erste Neuzugang wird in Kürze von innen zu besichtigen sein. Am 4. April wird an der Schloßstraße in Steglitz der "Boulevard Berlin" eröffnet, im Herbst soll in Köpenick gegenüber vom S-Bahnhof das nächste Zentrum folgen. Und nun kündigt eben der nächste Investor ein Großvorhaben an. Im Bauausschuss des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg stellte die CKV aus München ihr Bauvorhaben zwischen Warschauer Brücke und der Veranstaltungsarena O2 World vor. Eröffnungstermin des "Spree Shopping Berlin" mit einer Bruttogeschossfläche von 65.000 Quadratmetern soll 2014 sein.

Konkurrenzlose Einzellage

Während das Steglitzer Center mit einer Einzelhandelsfläche von insgesamt 76.000 Quadratmetern die künftige Verkaufsfläche an der Schlossstraße auf 180.000 Quadratmeter hochkatapultiert, ist das Center an der Spree in Friedrichshain allein auf weiter Flur. Lediglich die mehrere hundert Meter entfernte Galeria Kaufhof am Ostbahnhof bietet hier großflächige Shopping-Möglichkeiten. Deshalb, so Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne), gebe es auch keine Bedenken, dass das geplante Einkaufsparadies dem ansässigen Einzelhandel die Kaufkraft abziehe. Im Übrigen stimmten die Eckdaten des neuen Centers an der O2 World mit dem Bebauungsplan für das sogenannte Anschutz-Areal überein. Das sieht an dieser Stelle insgesamt 24.800 Quadratmeter Handelsfläche vor. Zusammen mit der Baufläche auf dem benachbarten BSR-Gelände, auf dem 3200 Quadratmeter Einzelhandel erlaubt seien, werde damit die für das Entwicklungsgebiet zulässige Höchstgrenze von 28.000 Quadratmetern nicht überschritten.

Das Center, dessen futuristische Architektur vom Büro nps Tchoban Voss entworfen wurde, soll kein reines Einkaufsparadies sein. Geplant ist ferner ein Sport-, Wellness- und Schwimmbadbereich im Dachgeschoss. Dort wird sich – mit Zugang zur Dachterrasse – auch der Restaurantbereich befinden. Der Baubeginn soll 2013 erfolgen. "Dem steht auch nichts im Wege", so Schulz.

Während das "Spree Shopping Berlin" nach Auffassung der Handelsexperten keine negativen Auswirkungen auf die umliegenden Einzelhandelslagen haben wird, wird die Entwicklung an der Steglitzer Schloßstraße deutlich kritischer bewertet. Zwar bleibt die Schloßstraße gemessen am reinen Angebot der Handelsflächen auf Platz zwei hinter Kudamm und Tauentzien. Gemessen an der Dichte der Shoppingcenter wird die Schloßstraße jedoch die Nummer eins unter den Einzelhandelsstandorten in Berlin sein.

Kritik am "Boulevard Berlin"

"Der Boulevard Berlin ist für die standortspezifische Nachfrage überdimensioniert", schätzt Ronald Steinhagen, Geschäftsführer der auf Einzelhandelvermietung spezialisierten Comfort-Unternehmensgruppe. Der Negativ-Effekt habe bereits eingesetzt: "Das Center zieht die Mieter aus dem Umfeld ab".

Fast vier Jahre lang wurde an der Steglitzer Schloßstraße am Standort von Karstadt und Wertheim gebaut. Jetzt ziehen in die neue entstandene Galerie nach und nach die Geschäfte ein. Am 4. April wird das vierte große Shoppingcenter "Boulevard Berlin" eröffnet. Das alte Karstadthaus wurde dafür saniert und erweitert, am ehemaligen Wertheim ist nur die denkmalgeschützte Fassade wieder entstanden. Beide Häuser sind mit einer Glaspassage und mehreren Brücken verbunden. Insgesamt bietet der Boulevard Berlin ein Fläche von 76.000 Quadratmetern an Einzelhandelsflächen. 180 neue Geschäfte und Dienstleister ziehen in die Einkaufsgalerie. Zu den großen Ankermietern gehören Saturn und Karstadt Sport. Der Elektronikfachmarkt wird dafür seine derzeitige Filiale schräg gegenüber in der Schloßstraße 110 verlassen. Karstadt Sport verlässt das Forum Steglitz und bezieht zwei neue Etagen im Boulevard Berlin.

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