Prozess
Litauer bestreitet rassistische Attacke
Vor drei Monaten ist Angolaner in de U-Bahn zusammengeschlagen und als "Nigger" beleidigt worden. Wegen der Tat steht nun ein Litauer vor Gericht. Der Angeklagte sagt aber, dass er eigentlich helfen wollte und selbst von dem Angolaner geschlagen wurde.
Drei Monate nach einem fremdenfeindlichen Übergriff auf einen Afrikaner hat der Angeklagte eine Tatbeteiligung bestritten. Der angelernte Schneider aus Litauen und seine Begleiter sollen einen Angolaner in einer U-Bahn-Station als "Nigger" beschimpft und ihn geschlagen haben. Der Angeklagte gab am Mittwoch in seinem Prozess vor einem Berliner Amtsgericht jedoch an, er sei selbst dem Angolaner geschlagen worden.
Der Schneider war eigenen Angaben nach angetrunken mit drei Bekannten unterwegs gewesen. Im U-Bahnhof Osloer Straße in Berlin-Wedding sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem seiner Begleiter und dem als Reinigungskraft eingesetzten Angolaner gekommen. Es habe einen kurzen Wortwechsel auf Deutsch gegeben, den er nicht verstanden habe, sagte der Litauer. Der Afrikaner sei einmal geschlagen worden.
Der Angeklagte wollte nach eigenen Worten den Streit schlichten. Die Reinigungskraft habe aber den Besen gegriffen und ihn geschlagen. Möglicherweise habe der Afrikaner einen Angriff befürchtet. Er selbst sei auf den Mann zugegangen, habe aber nicht zugeschlagen, sagte der Litauer.
Der Afrikaner konnte am ersten Prozesstag nicht vernommen werden. Er hatte sich krank gemeldet.
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