Prozess
Tödlicher Baustellen-Unfall – Angeklagter schweigt
Ein einstürzender Pfeiler wurde dem jungen Handwerker zum Verhängnis. Reichte die Sicherheit auf der Baustelle nicht? Zwei Angeklagte müssen sich jetzt vor Gericht verantworten.
Knapp drei Jahre nach dem Tod eines Bauarbeiters in Berlin müssen sich seit Freitag zwei Angeklagte vor Gericht verantworten. Der damals zuständige Bauleiter verweigerte zum Prozessauftakt die Aussage vor dem Amtsgericht Tiergarten. Der 58-Jährige sowie ein Sicherheitskoordinator sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
Der 28-jährige Dachdecker war am 29. April 2009 auf einer Baustelle am Mariendorfer Damm in Tempelhof von den Steinbrocken eines einstürzenden Pfeilers erschlagen worden. An dem Tag gab es nach Aussagen eines Polizisten eine Sturmwarnung. Durch den Wind soll der etwa 2,80 Meter hohe Pfeiler im fünften Stock beim Umbau eines Hauses zusammengekracht sein.
"Ich habe die Gefahr nicht erkannt", räumte der Sicherheitsexperte ein. Es tue ihm Leid, wandte sich der 46-Jährige an die Verwandten des Opfers.
Der Pfeiler war schon Wochen vor dem Unglück errichtet worden. Das Mauerstück war nach Angaben eines Mitarbeiters der bezirklichen Bauaufsicht hinter einer Plane verborgen. Der Bereich hätte zumindest abgesperrt werden müssen. Es wäre auch möglich gewesen, den offenbar instabilen Pfeiler abzustützen. Dass der 28-Jährige getroffen wurde, soll aber nicht mit seiner Arbeit als Dachdecker zu tun gehabt haben.
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