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03.02.12

Spenden für Obdachlose

Berliner zeigen große Hilfsbereitschaft

Immer mehr Menschen in Berlin haben kein Dach über dem Kopf, die Berliner Stadtmission stößt an ihre Grenzen: Erstmals nahm sie 200 Obdachlose in der Notübernachtung auf. Die Mission ist auf Spenden angewiesen.

© Reto Klar
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Ursula und Werner Hubrich bringen Lebensmittel

Warme Pullover und Jacken für die Notkleiderkammer, Bettdecken für die Notübernachtung und vor allem Lebensmittel bringen die Berliner am Donnerstag zur Stadtmission an der Lehrter Straße unweit des Hauptbahnhofs. "Das ist doch selbstverständlich, dass man hilft", sagen Ursula und Werner Hubrich (beide 74), die sich aus Heiligensee auf den Weg nach Mitte gemacht hatten, um von ihrem Donnerstags-Großeinkauf etwas abzugeben. Milch, Obst, Marmelade, Kaffee, eine große Jagdwurst, diverse Käse- und Wurstpäckchen – das Frühstück für rund 180 Obdachlose, die bei dieser Kälte von der Stadtmission versorgt werden, wird Freitagmorgen abwechslungsreicher als sonst sein. "1945 waren wir auch froh, dass uns andere geholfen haben. In die Obdachlosigkeit kann man schnell – auch unverschuldet – reinrutschen. Davon bin ich überzeugt", sagt Ursula Hubrich.

Hilfe in der Kälte

Handtücher, Bettwäsche und warme Kleidung bringen Harald (70) und Inge Keitzke (67) aus Reinickendorf. Das Paar spendet regelmäßig. In diesem Fall hat die Frau ihren Mann überredet, die Spende direkt an der Lehrter Straße abzugeben, weil es dort mehr Bedürftige als anderswo gibt und alles gut organisiert ist. Der Direktor der Berliner Stadtmission, Pfarrer Hans-Georg Filker, freut sich über die große Hilfsbereitschaft: "Wir sind unglaublich dankbar, denn die Unkenrufe, dass unsere Gesellschaft angeblich immer kälter wird, stimmen nicht." Die Stadtmission erlebe ganz viel Hilfe von Jung und Alt, von Wohlhabenden genauso wie von nicht so gut gestellten Menschen.

Die hat die Einrichtung angesichts der stark wachsenden Zahlen von obdachlosen Gästen aber auch nötig. Zum ersten Mal wurde vor Kurzem die Schallgrenze von 200 Obdachlosen in der Kältenotübernachtung erreicht. Das Bezirksamt Mitte finanziert dort nur 60 Plätze. Deshalb werden für bis zu 140 zusätzlich aufgenommene Gäste Spenden benötigt. Die Sachspenden helfen. Aber es wird auch Geld benötigt, um das Angebot verlässlich aufrecht erhalten und Lebensmittel kaufen zu können. Wer beispielsweise "kalt" per SMS an 81190 sendet, unterstützt die Kältehilfe der Berliner Stadtmission mit 5 Euro (Infos unter www.kaeltehilfe.de ). "Menschen, die für die Kältehilfe spenden, retten Leben. So eine SMS-Spende beispielsweise macht zwei Menschen am Abend satt", sagt Sprecherin Ortrud Wohlwend. Neben der Notübernachtung an der Lehrter Straße hat die Stadtmission eine zweite Einrichtung in Kreuzberg aufgemacht. Das Kreuzberger Bezirksamt übernimmt für 35 Menschen die Kosten, und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf unterstützt das Nachtcafé in der City-Station.

So helfen Sie Obdachlosen

Aktion Der Verein "Berliner helfen" der Berliner Morgenpost und der Radiosender 104.6 RTL (Hörer helfen) bitten um Spenden für Obdachlose. Gesucht werden von der Stadtmission vor allem Kaffee, Marmelade, H-Milch und Zucker sowie Aufschnitt und Käse für die Verpflegung der Menschen. Berlinweit werden warme Socken, Mützen, Handschuhe, Schals und Unterwäsche benötigt. Speziell in der Bahnhofsmission werden Rucksäcke sowie warme Winterschuhe ab Größe47 gebraucht.

Adressen Die Sachen können von Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr, in der Berliner Stadtmission, Lehrter Straße 68 in Mitte, abgegeben werden. Auch zu 104.6 RTL können Spenden gebracht werden: Kurfürstendamm 207–208 in Charlottenburg, Montag bis Freitag, 8 bis 19 Uhr, Sonnabend, 9–14 Uhr. Dort werden gern entgegengenommen: Kaffee, warme Socken und Unterwäsche, Mützen, Schals und Handschuhe für Männer, Rucksäcke, Schlafsäcke, Winterschuhe ab Größe 47.

Spenden Berliner helfen e.V. Spendenkonto 55, Stichwort: Kältehilfe, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00

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