Untreue-Prozess
Haft für Mitarbeiter vom Ordnungsamt beantragt
Im Fernsehen gab der Berliner Thomas M. den Ordnungshüter. Im Berufsleben war der Amtsrat kein Vorbild. Der 43-Jährige steckte tausende Euro in seine Taschen. Nach dem Willen des Anklägers soll er dafür hinter Gitter.
Der Leiter des Allgemeinen Ordnungsdienstes Steglitz-Zehlendorf soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre in Haft. Am Donnerstag beantragte der Ankläger vor dem Berliner Landgericht für Thomas M. die Bestrafung wegen Unterschlagung und Untreue. Es geht um 264.000 Euro. Von April 2006 bis Juli 2010 hatte der Diplom-Verwaltungswirt fast jede Woche Gelder aus dem Tresor seiner Dienststelle beiseite geschafft.
Der Vater von zwei Kindern war für die Verwaltung von Geldern zuständig, die bar für Bußgelder oder Parkausweise eingezahlt wurden. Der inzwischen entlassene Angeklagte konnte offenbar schalten und walten, wie er wollte – ein Fehler des Arbeitgebers, so die Verteidigung. Der Arbeitgeber schulde jedem Mitarbeitern eine Kontrolle, damit dieser gar nicht erst in Versuchung gerät.
Die Verteidigung beantragte eine Bewährungsstrafe. Besonders wertvoll sei das Geständnis. Eine lange Beweisaufnahme habe sich erübrigt, argumentierte der Anwalt. Der 43-Jährige bemühe sich um Schadenswiedergutmachung. Er habe Lebensversicherungen gekündigt und die letzten Barmittel überwiesen, sagte der Verteidiger. Das veruntreute Geld sei ausgegeben. Für unnütze Dinge zum Teil, aber nicht für ein Leben im Luxus.
Der Mann war durch eine Doku-Serie eines Privatsenders bundesweit bekannt. In der Reihe "Mein Revier – Ordnungshüter" war Thomas M. immer wieder zu sehen. Zur Zeit ist der 43-Jährige eigenen Angaben nach als selbstständiger Kaufmann tätig. Seine Verfehlungen im Dienst hatte der Mann mit Überlastung begründet.
Das Urteil wird am 13. Februar 2012 erwartet.
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