Tod im Drogenmilieu
Mord in Kreuzberg - Täter wird europaweit gesucht
Recep Aksu wurde brutal auf der Straße in Berlin-Kreuzberg erschossen. Mehr als einen Monat nach den Schüssen glauben die Ermittler jetzt an einen Mord im Drogenmilieu. Der mutmaßliche Täter, Ahmet Calp, wird europaweit gesucht. Er ist bei der Polizei kein Unbekannter.
Mehr als einen Monat nach den tödlichen Schüssen auf einen 46 Jahre alten Massagesalon-Besitzer in Berlin-Kreuzberg hat die Polizei den mutmaßlichen Täter ermittelt. Wegen dringenden Mordverdachts werde mit Haftbefehl nach dem 29 Jahre alten Ahmet Calp europaweit gesucht, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Türke ist den Ermittlern bestens bekannt: Vor zehn Jahren erstach er seine Schwester, saß im Gefängnis und handelte im großen Stil mit Drogen.
Nach jetzigen Erkenntnissen soll der Gesuchte am 17. Dezember 2011 an der Großbeerenstraße mehrmals auf sein ebenfalls türkisches Opfer geschossen haben. Der Mann starb noch am Tatort nahe der Berliner Postbank-Zentrale. Laut Polizei hatten beide gemeinsam mit Drogen gehandelt, sich aber im Streit getrennt, als sich der 46-Jährige selbstständig machen wollte. Calp gilt seit der Tat als verschwunden. Die Polizei schließt nicht aus, dass er sich ins Ausland abgesetzt hat.
Die Polizei geht davon aus, dass der 29-Jährige seinem Opfer wohl zuletzt ein Ultimatum gestellt hatte. Worum es dabei genau ging, wurde zunächst nicht bekannt. Laut Mordkommission überfiel Calp am 18. November seinen ehemaligen Drogenpartner zusammen mit Kumpanen in dessen Massagesalon "Saloon of Sultans" in Hellersdorf. Zeugen hatten den 46-Jährigen daraufhin mit Verletzungen im Gesicht gesehen.
Der Polizei zufolge soll der Täter bei dem Überfall zudem teure Massagestühle und etliche Technikgeräte aus dem Laden auf der Hellersdorfer Promenade gestohlen haben. Ob das Opfer möglicherweise Schulden bei seinem Peiniger gehabt haben könnte, wollte eine Polizeisprecherin nicht bestätigen.
psavDer auffällig kleine Ahmet Calp gilt als äußerst brutal: 2002 erstach er seine Schwester, weil sie aus seiner Sicht einen zu freizügigen Lebensstil gepflegt hatte. Nach seiner vorzeitigen Entlassung aus einer mehrjährigen Haftstrafe schmuggelte er zusammen mit dem Geschäftsmann und anderen Kriminellen größere Mengen Drogen aus den Niederlanden nach Berlin.
Zwischen 2008 und 2009 ging er der Polizei ins Netz, dabei wurden 40 Kilogramm Rauschgift sichergestellt. Trotz einer Bewährungsstrafe machte Calp weiter. Als sein späteres Opfer alleine mit Drogen handeln wollte, kam es zum Zerwürfnis.
Zuletzt war eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt worden, die zur Aufklärung des Falles führen. Ob die Ermittler so auf den polizeibekannten 29-Jährigen gekommen waren, wollte eine Sprecherin nicht bestätigen. Die Ermittler der 2. Mordkommission suchen nun Zeugen, die konkrete Hinweise zu Calp, seinem Freundes- und Bekanntenkreis oder dessen Flucht vom Tatort machen können.
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