Alarm am Bahnhof Zoo
Zigarettenkippe soll U-Bahn-Feuer entfacht haben
Ein Schwelbrand im Tunnel am Berliner U-Bahnhof Zoo hat am Montag den Zugverkehr lahmgelegt. Dabei soll Müll in Brand geraten sein - nicht zum ersten Mal. Die BVG ist machtlos gegen das Abfall-Problem.
Es ist der dritte Feueralarm in einem Berliner U-Bahntunnel binnen zehn Tagen - und wieder soll Müll im Spiel gewesen sein: Am Montagvormittag musste die Feuerwehr an der Station Zoologischer Garten anrücken, da Rauch im Tunnel der Linie U2 Richtung Pankow gemeldet worden war. "Es handelte sich dabei um einen Schwelbrand an einer Gleisbohle", sagte die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Petra Reetz. "Vermutlich wurde er von einer brennenden Zigarettenkippe ausgelöst, die auf Papier oder anderen Müll gefallen ist."
Die BVG hatte um 11.05 Uhr den Alarm ausgelöst. Die Feuerwehr hatte zunächst von einem Kabelbrand an einer Stromleitschiene gesprochen. "Menschen waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr", sagte ein Feuerwehrsprecher. Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hätten den Bahnhof sofort geräumt und das Feuer noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte selbst gelöscht.
Die Stationen zwischen Bismarckstraße und Gleisdreieck wurden zeitweise gesperrt. Der S-Bahn- und Fernverkehr am Bahnhof Zoo war von dem Einsatz nicht betroffen. "Hier lief alles ganz normal weiter", sagte ein Bahnsprecher.
Erst am 13. Januar war im Tunnel der U9 zwischen den Bahnhöfen Rathaus Steglitz und Schlossstraße ein Kabelbrand ausgebrochen. Zwei Tage später brannte es erneut an der Station Möckernbrücke der Linie U7. Die Bahnhöfe mussten evakuiert werden. Für die Fahrgäste gingen die Brände glimpflich aus, niemand wurde verletzt. Mit rund 5200 Euro fiel der Sachschaden relativ gering aus.
BVG erwischt monatlich rund 100 Raucher
Als Ursache machten die Ermittler Müll auf den Gleisen aus, der zu Kurzschlüssen führte oder sich bei diesen entzündete. In einem Fall könnte auch eine Zigarette den Müll entzündet haben.
Eine verstärkte Suche nach Abfall in den Tunneln wollte die BVG nach den Vorfällen nicht starten. Die bestehenden Reinigungsmaßnahmen reichten aus, sagte Sprecherin Reetz. Problematisch sei, dass Teilstrecken über der Erde verlaufen, von wo immer wieder Müll hineinwehe. Die U-Bahnhöfe werden abhängig von der Zahl der Fahrgäste und der Müllmenge gereinigt. Zudem kontrollieren Streckenläufer jeden Tag Teile des rund 60 Kilometer langen Netzes.
In allen Stationen der U-Bahn herrscht seit Jahren ein striktes Rauchverbot. Dennoch werden laut BVG monatlich rund 100 Raucher mit Zigaretten in den Stationen erwischt. In dem Fall werden 15 Euro fällig, im Wiederholungsfall kann auch ein Hausverbot erteilt werden.
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