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20.01.12

Rechtsextreme

Autonomer Nationalist will Berliner NPD führen

Bei der Berliner NPD steht nach Informationen des Verfassungsschutzes ein Führungswechsel an. Einer der Köpfe der gewaltbereiten rechtsextremistischen "Autonomen Nationalisten" will für den Landesvorsitz kandidieren.

© dapd
RBB muss NPD-Wahlwerbespot nicht ausstrahlen
Der Berliner Landesvorstand der NPD soll nach Behördenerkenntnissen voraussichtlich Anfang Februar 2012 gewählt werden

Einer der führenden Köpfe der rechtsextremistischen Berliner "Autonomen Nationalisten" (AN), Sebastian Schmidtke, will nach Angaben des Verfassungsschutzes für den NPD-Landesvorsitz kandidieren. Schmidtke war bislang stellvertretender Landesvorsitzender. Der Landesvorstand der NPD soll nach Behördenerkenntnissen voraussichtlich Anfang Februar 2012 gewählt werden.

"Die Kandidatur unterstreicht das seit Jahren bestehende enge Verhältnis der Berliner NPD mit den aktionsorientierten gewaltbereiten AN", schreiben die Verfassungsschützer in einem aktuellen Beitrag auf dem Internetportal der Berliner Innenverwaltung. "Ohne die Unterstützung der AN, die auch im Wahlkampf zum Abgeordnetenhaus deutlich wurde, ist die NPD in Berlin praktisch nicht lebensfähig."

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden ist die NPD schon lange vernetzt mit gewaltbereiten Neonazis. In einzelnen Bundesländern wie etwa Berlin geht der Einfluss dieser militanten Szene auf die NPD sehr weit. Laut Verfassungsschutz wird die NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten in Berlin bereits vollständig von gewaltbereiten AN kontrolliert, die bei rechtsextremistischen Demonstrationen oft nach dem Vorbild der linken Szene in "schwarzen Blöcken" aufmarschieren. Demnach sind in Berlin rund 200 "Autonome Nationalisten" aktiv.

Der neue NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel möchte seiner Partei einen seriöseren Anstrich geben. Seit seiner Wahl im vergangenen Herbst wirbt er für einen Kurs "seriöser Radikalität". Aus Sicht des Berliner Verfassungsschutzes könnte eine Wahl Schmidtkes zum Berliner Landesvorsitzenden diesem Kurs entgegenstehen, da mit Schmidtke auch eine stärkere Einbindung der sogenannten Freien Kräfte in die Partei zu erwarten wäre.

Quelle: dpa/sei
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