Bau der U5
BVG lässt Unter den Linden Dutzende Bäume fällen
Kahlschlag an Berlins bekanntestem Boulevard: Bis Ende Februar lässt die BVG insgesamt 53 Linden fällen. Grund ist der Weiterbau der U-Bahnlinie U5. Auto- und U-Bahnfahrer müssen in der ersten Bauphase mit erheblichen Einschränkungen rechnen.
Berlins bekannteste Straße wird bald viele ihrer Namensgeber verlieren. Bis Ende Februar lassen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Boulevard Unter den Linden insgesamt 53 Linden fällen. Der Kahlschlag betrifft die gesamte Mittelpromenade zwischen der Glinkastraße und der Charlottenstraße, wie eine Sprecherin bestätigt. Wann die Arbeiter mit der Kettensäge genau anrücken, ist nach BVG-Angaben noch offen.
Grund für die Abholzung: An der Kreuzung Friedrichstraße/Unter den Linden beginnen die Vorbereitungen für den Weiterbau der U-Bahnlinie U5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. 2019 sollen die ersten Züge über die 2,2 Kilometer lange und 433 Millionen Euro teure Strecke rollen. Auf Höhe der Friedrichstraße entsteht der Umsteigebahnhof "Unter den Linden", eine von drei neuen Stationen an der U5. Von Juni an graben sich Maschinen in den Untergrund unter der Kreuzung. Mehr als 20 Meter tief geht es hinunter, denn die Neubaustrecke muss an dieser Stelle die bestehende U-Bahnlinie U6 unterqueren.
Wie berichtet, müssen Auto- und U-Bahnfahrer in der ersten Bauphase mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die U-Bahnlinie U6 (Alt Tegel-Alt Mariendorf) wird von Juli an bis voraussichtlich Oktober 2013 zwischen den Stationen Friedrichstraße und Französische Straße unterbrochen. Noch ist nicht klar, ob es einen Ersatzverkehr mit Bussen geben wird. Weil die Strecke zwischen den beiden Bahnhöfen kurz ist, gehen die Verkehrsbetriebe davon aus, dass viele Fahrgäste sie zu Fuß zurücklegen werden. Gesperrt wird die Friedrichstraße – etwa im gleichen Zeitraum – auch für den Autoverkehr. Südlich des Boulevards Unter den Linden wird sie zur Sackgasse. Und auch auf dem Boulevard selbst wird es eng. Durch die U-Bahnbaustelle steht nur noch die nördliche Fahrbahn für den Autoverkehr zur Verfügung. In beiden Richtungen gibt es daher weniger Fahrspuren.
Erst wenn die oberirdischen Arbeiten abgeschlossen sind, werden neue Linden gepflanzt. Acht bis zehn Jahre alte Jungbäume sollen die Silberlinden, die in Kürze abgeholzt werden, dann ersetzen.
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