22.11.11

Angriff

Nicht angeleinter Schäferhund verletzt drei Kinder

Ein Schäferhund hat am Montagvormittag drei Kinder angefallen und verletzt. Das Tier biss einen acht Jahre alten Jungen in Hand und Unterschenkel und schnappte bei seinem fünf-jährigen Bruder in Richtung Kopf.

Von P. Oldenburger und S. Pletl
Foto: picture-alliance/ ZB/dpa-Zentralbild
Symbolbild Hundesteuer
Die Polizeibeamte erinnerten die 17-Jährige an ihre Pflichten. Das fünfjährige Opfer konnte mit einem Polizeiteddy beruhigt werden

Ein mangelhaft beaufsichtigter Schäferhund hat in Mariendorf eine Frau und ihre drei kleinen Kinder im Alter von ein, fünf und acht Jahren angefallen und verletzt. Eine Jugendliche wollte das Tier am Montagvormittag zum Gassi-Gehen ausführen. Nach Polizeiangaben hatte die 17-jährige Tochter der Halterin den Rüden um 10.45 Uhr beim Verlassen ihres Wohnhauses an der Liviusstraße von der Leine gelassen. Offensichtlich hatte die Jugendliche nicht mit dem aggressiven Verhalten des Tiers gerechnet.

Der Schäferhund rannte sofort auf die Mutter und die drei Kinder zu, die in diesem Moment auf dem Gehweg am Grundstückseingang vorbeigingen. Noch während die 17-Jährige nach dem Hund rief, wurde die 30-jährige Frau von dem vier Jahre alten Schäferhund angesprungen. Die Frau stürzte durch die Wucht zu Boden, blieb aber unverletzt. Sie musste mit ansehen, wie der Hund sich ihrer fast zwei Jahre alten Tochter zuwandte und sie ebenfalls umriss. Das Mädchen wurde beim Sturz leicht am Kopf verletzt. Danach ging das Tier auf den Achtjährigen los und biss dem Schüler erst in die Hand und dann ins Bein. Auch sein drei Jahre jüngerer Bruder blieb nicht verschont, der Schäferhund schnappte in Richtung des Kopfes des Jungen. Glücklicherweise blieb es bei diesem Angriff bei Kratzern an der Hand und an der Schläfe. Erst dann konnte die Jugendliche das Tier bändigen und zurückhalten.

Angriffe stiegen um 25 Prozent

Die um 11 Uhr herbeigerufene Feuerwehr rückte wegen der Alarmmeldung "mehrere verletzte Kinder nach Hundeangriff" vorsorglich mit drei Rettungswagen und einem Notarzt an. Sanitäter versorgten die Kinder, bevor ihre Verletzungen ambulant im Wenckebach-Krankenhaus versorgt wurden. Besonders das kleine Mädchen zeigte sich nach der Attacke traumatisiert. Die Polizei erteilte der Hundehalterin die sofortige Auflage, den Schäferhundrüden nicht mehr ohne Leine und Maulkorb in die Öffentlichkeit zu lassen. Außerdem muss die Halterin ihren Vierbeiner nach Polizeiangaben unverzüglich bei einem Amtstierarzt zur Untersuchung vorstellen.

Im vergangenen Jahr ist in Berlin die Zahl der von Hunden angegriffenen Menschen um rund 25 Prozent auf 660 Fälle angestiegen. 2009 waren nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung 478 Angriffe registriert worden. Schäferhunde wurden mit 79 Angriffen am häufigsten auffällig. Mitgezählt werden auch Vorfälle, bei denen Personen angesprungen werden, ohne dass sie dabei Verletzungen davontragen. Von den zehn in Berlin als gefährliche Rassen eingestuften Kampfhunden sind 2010 dagegen nur 26 Angriffe bekannt geworden. Annähernd 110.000 Hunde sind aktuell in Berlin steuerlich gemeldet. Sechs bis acht der Tiere müssen pro Jahr auf amtliche Anordnung hin eingeschläfert werden.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
4D-Achterbahn Das Batmobil gibt es bald auch als Achterbahn
Neuseeland Polizei sucht nach zweifachem Todesschützen
Irak-Krise Irakische Stadt Amerli aus IS-Belagerung befreit
Arbeitskampf Jetzt streiken die Lokführer
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Hinter den Kulissen

Tage der offenen Tür bei der Bundesregierung

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote