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17.11.11

Fluggesellschaft

Air Berlin fürchtet schwarzes Geschäftsjahr 2011

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft rutscht tief in die roten Zahlen – tiefer als zunächst befürchtet. Air-Berlin-Chef Mehdorn macht für die herben Verluste vor allem die deutsche Luftverkehrssteuer verantwortlich.

Die Fluggesellschaft Air Berlin rutscht in diesem Jahr nach eigener Einschätzung noch tiefer in die roten Zahlen als zunächst angegeben. "Das Jahr 2011 ist und wird kein gutes Jahr sein", sagte Unternehmenschef Hartmut Mehdorn am Donnerstag in Berlin. Wie das Unternehmen bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für das dritte Quartal mitteilte, könne das operative Ergebnis (EBIT) aus dem Vorjahr angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung und nicht kalkulierbarer Buchungszahlen nicht erreicht werden.

2010 hatte Air Berlin einen operativen Verlust von neun Millionen Euro verbucht, unter dem Strich stand sogar ein Minus von 97 Millionen Euro. Auch im dritten Quartal 2011 schnitt Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft schlechter ab als ein Jahr zuvor.

Mehdorn machte für die herben Verluste vor allem die deutsche Luftverkehrssteuer verantwortlich, die bei 80 Prozent der Air-Berlin-Passagiere anfalle. Durch den harten Wettbewerb sei es unmöglich, die Steuer mit höheren Ticketpreisen aufzufangen, sagte der Air Berlin-Chef.

Auch der hohe Ölpreis sowie die Streikdrohungen der deutschen Fluglotsen hätten ein besseres Ergebnis verhindert. Das Sanierungsprogramm, bei dem Air Berlin die Flotte verkleinert und unrentable Strecken streicht, soll die Kosten im kommenden Jahr um 200 Millionen Euro senken. "Es kann am Ende auch etwas an Personalabbau herauskommen, aber das ist nicht unser Ziel", erklärte Mehdorn.

Mieses Sommerquartal sorgt für Gewinneibruch

Unter dem Strich verdiente Air Berlin im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September 30 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war es mehr als viermal so viel gewesen. Der operative Gewinn sank, wie bereits Ende Oktober mitgeteilt, um 43 Prozent auf 97 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um elf Prozent auf fast 1,4 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten hat Air Berlin damit einen Nettoverlust von 134 Millionen Euro verbucht. Der operative Verlust lag bei 124 Millionen Euro.

Das Unternehmen hatte Ende September 644 Millionen Euro Schulden, 155 Millionen Euro mehr als neun Monate zuvor. Ziel sei eine niedrigere Nettoverschuldung von 500 bis 550 Millionen Euro, sagte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer.

Quelle: dpa/cb
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