09.11.11

Erneuter Brandanschlag

Vereinshaus der Sozialistischen Jugend angezündet

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate hat es am Mittwochmorgen an einem linken Kinder- und Jugendzentrum in Berlin-Neukölln gebrannt. Klaus Wowereit bringt den Anschlag in Zusammenhang mit dem Jahrestag der nationalsozialistischen Pogrome.

Foto: Björn Kietzmann
Erneuter Brandanschlag auf Falken-Zentrum
Feuer Die Fassade des Vereinshauses ist stark beschädigt worden

Unbekannte haben am frühen Mittwochmorgen wieder eine Einrichtung der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken (SJD) angezündet. Das Anton-Schmaus-Haus an der Gutschmidtstraße in Britz im Bezirk Neukölln war erst vor rund vier Monaten Ziel eines Brandanschlags geworden. Die Täter wurden damals im rechtsextremistischen Milieu vermutet.

Gegen 7.20 Uhr entdeckten Bauarbeiter, wie die Flammen aus mehreren Fenstern und Türen des Jugendzentrums schlugen. Die Feuerwehr konnte jedoch nicht verhindern, dass die Außenfassade des Hauses beschädigt wurde. Da das Haus seit dem ersten Brandanschlag derzeit renoviert wird, wurde niemand verletzt. Das Haus sollte eigentlich am 4. Dezember wieder eröffnet werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Hinweise auf eine rechtsextremistische Tat gebe es jedoch nicht, so ein Sprecher. Wegen der Vorgeschichte habe dennoch der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Die SJD betonte, der Anschlag könne nur aus der rechten Szene stammen. "Wir sind entsetzt über die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Rechtsextremisten und über die offensichtliche Hilflosigkeit der Politik", erklärte der Vereinsvorsitzende Karsten Thiemann.

"Um demokratische Kinder- und Jugendarbeit zu verhindern, scheuen die Verbrecher nicht davor zurück, Menschenleben zu riskieren, im Gegenteil: Sie nehmen Verletzung und Tod bewusst in Kauf", so Thiemann weiter. Die Koalitionspartner SPD und CDU forderte Thiemann auf, konkrete Schritte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und zur Stärkung demokratischer Jugendarbeit zu beschließen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verurteilte die Brandstiftung und brachte sie in Zusammenhang mit dem Jahrestag der nationalsozialistischen Pogrome vor 73 Jahren. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Quelle: ehre
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