U18-Abstimmung
Grüne in Berlin knapp vor SPD bei Jugend-Testwahl
Am Sonntag dürfen sie zwar nicht wählen gehen. Allerdings haben 27 000 Kinder und Jugendliche aus Berlin jetzt in einer Testwahl abgestimmt. Das Ergebnis: Grüne und SPD deutlich vorne. Weit Abgeschlagen: die CDU.
Bei der Berliner Jugend haben die Grünen bei einer Testwahl die Nase knapp vor der SPD. 23,5 Prozent der knapp 27 000 Kinder und Jugendliche würden an diesem Sonntag Grün wählen, wenn sie denn ihre Stimme für die Abgeordnetenhauswahl abgeben dürften. 21,6 Prozent der sogenannten U(nter)-18-Wähler würden sich für die SPD entscheiden. Weit dahinter auf Platz 3 liegt die CDU mit 11,5 Prozent.
Dann folgen die Piratenpartei und die Partei Mensch Umwelt Tierschutz mit jeweils knapp 9 Prozent. Die Linke erzielte bei den meist zwischen 12 und 16 Jahre alten Wählern 7 Prozent der Stimmen. Ungewöhnlich hoch fiel das Ergebnis für die sonstigen Parteien mit 18,4 Prozent aus.
Diese Testabstimmung ist die fünfte U18-Wahl in Berlin, teilten die Koordinatoren vom Landesjugendring am Dienstag mit. Am vergangenen Freitag konnten die interessierten Kinder und Jugendlichen in 300 Wahllokalen in Schulen, Freizeiteinrichtungen und sonstigen Orten ihre Stimme abgeben. Theoretisch können alle zwischen 0 und 17 Jahren wählen. Doch die meisten Testwähler seien zwischen 12 und 16 Jahre alt, teilten die Organisatoren mit.
Die Zahl der Wähler hat sich von 2006 mit rund 13 800 Teilnehmern fast verdoppelt. "Das ist ein deutliches Zeichen: Junge Menschen wollen ihre Meinung sagen und mitbestimmen", erklärte Milena Feingold vom Netzwerk U18.
Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann freute sich über den Wahlsieg für seine Partei. "Unser Erfolg bei den jungen Menschen zeigt, dass grüne Politik nachhaltig ist und in die Zukunft denkt." Sein Linken-Kollege Udo Wolf räumte dagegen unumwunden ein: "Mit 7 Prozent hätten wir unser Wahlziel klar verfehlt. Wir werden in in Zukunft versuchen, mehr Kinder und Jugendliche von unseren Vorstellungen zu überzeugen."
















