Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
04.09.11

Wahlkampf in Berlin

Geert Wilders unterstützt Sarrazins Thesen

Geert Wilders ist bei einer Wahlkampfveranstaltung der rechtsgerichteten Partei "Die Freiheit" erneut in Berlin aufgetreten. Im Saal verbreitete der niederländische Politiker seine islamfeindlichen Thesen, draußen protestierten Demonstranten gegen den Auftritt.

© Reto Klar
Geert Wilders / Berlin Maretim-Hotel
Wahlkampf in Berlin: Geert Wilders spricht vor rund 600 Zuhörern im Hotel Maritim

Wenn es der Wunsch von René Stadtkewitz war, im Wahlkampf Aufmerksamkeit zu erzeugen, dann ist ihm das mit der Einladung an den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders gelungen. Mehrere Dutzend Medienvertreter sind am Sonnabend in den Konferenzsaal des Maritim-Hotels an der Stauffenbergstraße in Tiergarten gekommen. Der ehemalige Berliner CDU-Abgeordnete und Mitbegründer der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“ hatte den islamkritischen Politiker eingeladen, um über die „Islamisierung Europas“ zu sprechen.

Vor Beginn der Veranstaltung versammelten sich rund 90 Demonstranten in Tiergarten. Die Rechtspopulisten hatten aus Angst vor Protesten ihren Veranstaltungsort erst am Morgen bekannt gegeben. Die Polizei riegelte das Umfeld weiträumig ab. Im Hotel selbst waren Dutzende Sicherheitsmänner unterwegs, um die rund 600 Gäste zu kontrollieren.

Wilders leistet Wahlkampfhilfe

Mit rund 40 Minuten Verspätung trat Wilders dann auf. Er kam, begleitet von Stadtkewitz und dem rechtspopulistischen Schweizer SVP-Politiker Oskar Freysinger. In seiner anschließenden Rede warnte zunächst der Berliner Politiker Stadtkewitz vor einer „Islamisierung Europas“ und dem gleichzeitigen Untergang Deutschlands. „Der Islam und die westliche Welt sind nicht kompatibel“, rief er in den Saal. Mit dem Versprechen von mehr direkter Demokratie nach Schweizer Vorbild, weniger Europa und einer radikalen Zuwanderungspolitik gehen der Politiker und seine rechtspopulistische Partei derzeit auf Stimmenfang. Stadtkewitz sprach von „rotzfrechen Zuwanderern“, die mit ihrem „7er-BMW zum Job-Center fahren“ und lobte dann als sein großes Vorbild Geert Wilders.

Wilders sagte in seiner Rede, seine Partei bekämpfe den Islam wegen dessen „gewalttätiger Natur“. Er selber trete gegen Gewalt an: „Wir sind Demokraten, wir glauben an friedliche Lösungen.“ In den Niederlanden habe sich gezeigt: „Wir können die Islamisierung unserer Gesellschaft stoppen. (...) Wir tun das in den Niederlanden. Sie können das in Deutschland auch machen.“ Mehr Islam bedeute weniger Freiheit, behauptete Wilders. Die europäische Einigung und die Einführung des Euros hätten zudem zu einem Verlust der Souveränität der Nationalstaaten geführt. „Wir wollen nicht mehr, sondern weniger Europa“, sagte Wilders.

Er fügte unter dem lauten Beifall der Besucher hinzu: „Unsere westliche Kultur ist anderen Kulturen weit überlegen.“ Wilders stützt in den Niederlanden mit seiner Partei PVV die rechtsliberale Regierungskoalition von Ministerpräsidenten Mark Rutte.

Sarrazin hat Nerv getroffen

Thilo Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ habe in Deutschland einen Nerv getroffen, sagte Wilders. „Dies zeigt, dass die deutsche Gesellschaft für einen Wechsel reif ist.“ Allerdings habe das Buch politisch bis jetzt nichts geändert. "Im Gegenteil: die Politik erhöhte die Geschwindigkeit der Islamisierung Deutschlands.“ Das habe eine Äußerung von Bundespräsident Christian Wulff deutlich gemacht. Wulff hatte gesagt, der Islam gehöre zu Deutschland.

Stadtkewitz sprach von einem „aufgezwungenen Kulturkampf“, in dem sich Deutschland mit dem Islam befinde. „Wir werden von Generation zu Generation schwächer, unsere Werte und unsere Kultur zu verteidigen.“ Bei den Zuhörern im Saal des Maritim-Hotels in Tiergarten kamen solche populistischen Sprüche gut an.

In den Umfragen zur Wahl zum Abgeordnetenhaus wird „Die Freiheit“ unter den „sonstigen Parteien“ geführt. Sie wird voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und wohl nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen. Geert Wilders jedenfalls fühlte sich verpflichtet, Stadtkewitz folgendes Versprechen zu geben: „René, wir sind hier, um dir zu helfen.“

Mit dpa

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Schwarze Frauenbeine mit High-Heels
Gefahr durch High Heels

Je höher der Absatz ist, desto ungesünder sind die Schuhe.

Video Nachrichten mehr
Memmingen Polizei nimmt schießenden Schüler fest
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
Ägypten Erste freie Präsidentenwahl beginnt
Störungen Kabelbrand legt Berliner S-Bahn lahm
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

A380 und A400M

Große Flugzeuge am Himmel über der Region

Nahverkehr

S-Bahn-Verkehr nach Kabelbrand gestört

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote