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06.08.11

Ungewöhnliche Aktion

Berliner Polizisten sorgen für zwei Bullen

Ihre Namen sind Otto und Fritz und sie haben viele Freunde in Berlin. Zwei Bullen im fernen Madagaskar werden durch Polizeibeamte des Abschnitts 32 in Mitte finanziert.

© dpa
Berliner Polizei finanziert Madagaskar-Bullen
Bulle Otto von der fernen Tropeninsel Madagaskar hat 74 Freunde und Helfer beim Polizeiabschnitt 32 in Berlin-Mitte. 2007 griffen die Beamten erstmals einer Bauernfamilie unter die Arme und finanzierten einen waschechten "Bullen"

Zwei Familien aus Madagaskar verdanken ihr Überleben auf der bitterarmen Insel zu einem erheblichen Teil der Unterstützung durch Berliner Polizeibeamte. Bereits 2007 beschlossen 74 Beamte des Polizeiabschnitts 32 an der Jägerstraße in Mitte, einer Familie finanziell unter die Arme zu greifen. Nach reiflicher Überlegung, welche Form der Hilfe am sinnvollsten ist, entschieden die Berliner Ordnungshüter, der Familie von Joseph Raharisoa die Anschaffung eines Nutztieres zu finanzieren, dessen Name deutschen Polizisten aus anderen Zusammenhängen nicht ganz unbekannt ist. Sie legten 300 Euro zusammen und kauften für die Familie einen Zebu-Bullen, den sie auf den urdeutschen Namen Otto tauften.

Diese Buckelrind-Bullen sind nicht nur auf Madagaskar, sondern in vielen Ländern der dritten Welt heiß begehrt als Lasttiere oder beim Pflügen der Felder. Nachdem die Berliner Beamten sich davon überzeugen konnten, dass Otto der Familie Raharisoa unschätzbare Dienste leistet, beschlossen sie jetzt, einer weiteren Familie ebenfalls die Anschaffung eines Bullen zu finanzieren. Das zweite Tier hört auf den Namen Fritz.

Die Finanzierung der Tiere auf Madagaskar ist Teil eines Projektes der einheimischen Zebu Overseas Bank. Familien, die sich die sofortige Bezahlung eines für die Landwirtschaft auf der Pfefferinsel überaus wertvollen Bullen nicht leisten können, haben die Möglichkeit, die Summe innerhalb von zwei Jahren in Raten abzuzahlen. Die Geldgeber schießen den Betrag vor und können die Summe nach zwei Jahren entweder in der Landeswährung zurückerhalten oder gleich für die Anschaffung eines weiteren Tieres verwenden. Die Beamten vom Abschnitt 32 entschieden sich jetzt ohne langes Zögern für die zweite Möglichkeit.

Solche oder ähnliche Formen der Unterstützung hilfsbedürftiger Familien in Entwicklungsländern sind seit vielen Jahren über mehrere seriöse Hilfsorganisationen möglich. Die Spender übernehmen dabei Patenschaften und leisten dadurch direkte Hilfe. Gleichzeitig können sie sich ständig verlässlich darüber informieren, was mit ihrer Spende geschieht. Auch für die Berliner Polizeibeamten war das vor vier Jahren ein Grund, sich im Rahmen eines solchen Projektes zu engagieren. Sie wollen auch weiterhin aufmerksam verfolgen, wie es den beiden Familien und ihren „Namensvettern“ geht.

Quelle: hhn
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