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29.07.11

Spandau

Trinkwasser-Beutel wegen Coli-Keimen ausgeteilt

Die Ursache für die Coli-Bakterien im Trinkwasser in Berlin-Spandau ist noch immer unklar. Als Vorsichtsmaßnahme verteilen die Wasserbetriebe jetzt Notfallbeutel mit sauberem Wasser.

© picture alliance / maxppp/picture alliance / PHOTOPQR/L AL
Das Trinkwasser in Potsdam und im Landkreis Barnim ist noch immer verunreinigt. Verbraucher sollen auch über das Wochenende hinaus das Wasser abkochen. Auch in Wittenberge wurden Keime gefunden.
Das Trinkwasser in Spandau ist verunreinigt

Die Berliner Wasserbetriebe haben am Freitag in Spandau sogenannte Notfallbeutel mit Trinkwasser verteilt. Die kostenlosen Rationen umfassten jeweils 1,5 Liter, sagte ein Sprecher.

Im Trinkwasser des Bezirks waren Coli-Bakterien entdeckt worden. Die Behörden sprachen deshalb am Donnerstag ein vorsorgliches Abkochgebot aus. Die Vorsichtsmaßnahme gilt zunächst bis Sonnabend. Die Ursache war zunächst nicht bekannt.

Die Trinkwasserbeutel wurden am Freitag unter anderem an Kindertageseinrichtungen, Altenheime und vor dem Rathaus Spandau verteilt. Ebenfalls verteilt würden Handzettel. "Wir arbeiten eng mit den Gesundheitsämtern und den Amtsärzten zusammen", sagte André Beck, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe.

Laut Wasserbetrieben sind vor allem die Wohngebiete nördlich der Heerstraße bis zum Spandauer Forst und westlich der Havel bis zur Stadtgrenze betroffen. Insgesamt sind rund 200.000 Anwohner betroffen. Die Verseuchung wurde bei Routineproben festgestellt.

Die Wasserbetriebe suchten am Freitag weiter nach der Quelle der Verunreinigung. „Es handelt sich aber nicht um E-Coli-Bakterien“, sagte Beck. Gefunden worden seien andere, weniger gefährliche Fäkalkeime. Sie gehörten aber definitiv nicht ins Trinkwasser. Rund 200.000 Bürger in Berlin-Spandau müssen deshalb ihr Wasser abkochen.

„Wir hoffen auf Entwarnung am Sonnabend“, sagte die in Vertretung von Gesundheitsstadtrat Martin Matz zuständige Finanzstadträtin Daniela Kleineidam (beide SPD) am Freitagmittag. Im Moment sei es dafür aber noch zu früh.

Bezirksamt nimmt eigene Proben

Unter der Federführung des Bezirksamtes sollten noch am Freitag in den betroffenen Gebieten an sechs Stellen Wasserproben genommen werden, die zur Untersuchung an das Landeslabor Berlin-Brandenburg in der Berliner Invalidenstraße gehen. Wann die Untersuchungsergebnisse vorliegen,ist bislang noch unklar.

Fäkalkeime im Trinkwasser können unter anderem Durchfallerkrankungen auslösen. Die Wasserbetriebe raten deshalb weiterhin dazu, Leitungswasser zur Sicherheit 20 Minuten lang abzukochen. Nach Empfehlungen des Landesamts für Gesundheit und Soziales reichten im Spandauer Fall fünf Minuten, ergänzte Kleinadam.

Besonders anfällig auf Fäkalkeime reagieren in der Regel geschwächte Patienten, alte Menschen und Babys. Mit gekauftem, abgepacktem Wasser könne man ganz auf Nummer sicher gehen, erläuterte Wasserbetriebssprecher Beck. Geschirrspülen sei aber problemlos mit Leitungswasser möglich, wenn das Geschirr hinterher abgetrocknet werde. Spülmaschinen seien gar kein Problem. Auch für Körperhygiene lasse sich Leitungswasser verwenden. Nur für das Zähneputzen solle abgekochtes Wasser verwendet werden.

Der Behälter mit dem belasteten Wasser wurde nach seinen Angaben bereits desinfiziert. Wie die Keime ins Trinkwasser kamen, ist aber noch unklar. „Wir sind uns fast sicher, dass es auf dem Gelände die Ursache gibt“, sagte Beck.

Ähnliche Fälle hatte es jüngst in mehreren Kommunen Brandenburgs gegeben. Potsdams Trinkwasser ist aber wieder genießbar. Es muss nicht mehr abgekocht werden. "An allen 36 Beprobungsstellen sind auch die zweiten Laborbefunde in Ordnung", sagte die Potsdamer Amtsärztin Karola Linke.

Auch die Ursache für die Verunreinigungen mit Colibakterien steht fest: Sie wurden durch drei Mäuse und einen Maulwurf ausgelöst, die in einen Hochbehälter der Wasserwerke geraten waren.

Auch im Landkreis Barnim, wo ebenfalls Keime gefunden worden sind, hat sich die Situation verbessert. Die Kreisverwaltung hofft, Ende der Woche Entwarnung geben zu können.

Quelle: dapd/dpa/mim
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