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28.07.11

Jobmarkt

Zahl der Arbeitslosen in Berlin wieder gestiegen

In Berlin und Brandenburg gab es im Juli wieder mehr Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote liegt in der Hauptstadt nun bei 13,5 Prozent. In Brandenburg sieht es besser aus.

Die Arbeitslosenzahl in Berlin ist zu Beginn der Ferienzeit gestiegen. Im Juli waren 233.403 Menschen erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Dies waren 3004 Frauen und Männer mehr als im Juni und 926 mehr als im Juli des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote in der Bundeshauptstadt stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf nun 13,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote noch 0,1 Punkte darunter gelegen.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli in Berlin ist saisontypisch“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Margit Haupt-Koopmann. „Die Chancen für Arbeitslose aus der Grundsicherung werden sich in den nächsten Monaten durch die Berliner Joboffensive noch verstärken.“

Bedauerlich sei jedoch der Anstieg in der Jugendarbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen von 15 bis 25 Jahren stieg im Vergleich zum Vormonat um 16,3 Prozent auf 23 650. Das waren allerdings 748 Jugendliche weniger als vor einem Jahr.

Gleichzeitig sank die Zahl bei Älteren über 50 Jahren im Vergleich zum Vormonat um 273 auf 56.523 Arbeitslose. Verglichen mit dem Vorjahr gab es aber auch hier einen Anstieg von 5146 Arbeitslosen.

Die Opposition kritisierte daraufhin die Arbeitsmarktpolitik des Berliner Senats. Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop bezeichnete es in einer Mitteilung als „besonders dramatisch, dass sich vermehrt junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung erwerbslos melden“. Gleichzeitig klage die Wirtschaft über fehlende Fachkräfte.

FDP-Fraktionschef Christoph Meyer forderte den Senat auf, zu prüfen, „wie weitere Anreize zur Aufnahme einer Arbeit auch für Langzeitarbeitslose gesetzt werden können“.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte unterdessen die Wirtschaftsverbände. Ankündigungen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten, erwiesen sich als „bloße Versprechungen“, teilte Doro Zinke, DGB-Vorsitzende in Berlin-Brandenburg mit.

Die Entwicklung freier Arbeitsplätze verlief nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit jedoch positiv. Ende Juli gab es in Berlin 13.377 offene Stellen - 3657 mehr als noch vor einem Jahr. Insgesamt wurden im Juli 6847 neue Stellen gemeldet. Das waren 1520 mehr als im Vormonat und 1858 mehr als vor einem Jahr.

Mehr Arbeitslose auch in Brandenburg

Die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg hat sich im Juli leicht erhöht. Sie stieg im Vergleich zum Vormonat um 2856 oder 0,2 Prozentpunkte auf eine Quote von 10,5 Prozent. Der Anstieg sei „saisontypisch“, konstatierte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, am Donnerstag.

Unverständlich sei jedoch das starke Anwachsen der Jugendarbeitslosigkeit um fast 3000 Menschen - vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs bei den Unternehmen. Hier gingen oft gut ausgebildete junge Fachkräfte in die Arbeitslosigkeit, während Betriebe qualifiziertes Personal suchten, klagte Haupt-Koopmann. Die Arbeitslosigkeit von 15- bis 25-Jährigen sprang um 2,4 Punkte auf 11,9 Prozent nach oben.

Insgesamt waren 140.530 Menschen im Juli in Brandenburg erwerbslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2010 war das ein Rückgang um 2344, die Quote sank binnen Jahresfrist um 0,2 Prozent (Juli 2010: 10,7 Prozent). „Der Arbeitsmarkt profitiert auch weiterhin von der starken wirtschaftlichen Entwicklung“, sagte Haupt-Koopmann. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen in Brandenburg lag im Juli bei 10.378. Das waren 963 mehr als vor einem Jahr.

Quelle: dpa/mim
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