25.07.11

Rechtspopulismus

Pro Deutschland protestiert vor Norwegen-Botschaft

Nach den Attentaten in Norwegen hat Klaus Wowereit die Aktion von Anhängern der Partei "Pro Deutschland" verurteilt. Die Rechtspopulisten hatten sich vor den skandinavischen Botschaften zu einer "Mahnwache" versammelt.

Foto: Steffen Pletl
Rechtspopulismus
Die "Bürgerbewegung pro Deutschland" vor der norwegischen Botschaft

Drei Tage nach den Anschlägen in Norwegen ist die Anteilnahme der Berliner ungebrochen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bekundete am Montag die Solidarität der Hauptstädter mit dem nordeuropäischen Land. Auf Proteste stieß dagegen eine Aktion von Rechtspopulisten, die sich vor der norwegischen Botschaft versammelt hatten.

Seit Sonnabend haben sich Hunderte Menschen in das Kondolenzbuch eingetragen, wie die stellvertretende Botschafterin, Merete Kristin Wilhelmsen, am Montag sagte. Viele von ihnen legten Blumen an dem Gebäude nieder. Vor den Nordischen Botschaften in Berlin-Tiergarten wehten die Fahnen der fünf skandinavischen Länder auf Halbmast.

"Wir haben Hunderte Mails aus allen Regionen Deutschlands erhalten", sagte Wilhelmsen. Das Mitgefühl der Deutschen sei überwältigend. "Das wärmt unsere Herzen. Wir bedanken uns sehr dafür", sagte die Diplomatin. Norwegen stehe noch unter Schock. "Es wird wohl noch etwas Zeit vergehen müssen, um zu begreifen, was die Anschläge für unser Land bedeuten", sagte Wilhelmsen. Aber Norwegen werde seine demokratischen Werte verteidigen und weiterhin Extremismus und Intoleranz bekämpfen, betonte sie.

In ihrer Trauer legten die Menschen in Berlin neben Blumen und Kerzen auch Plüschtiere nieder. Auf Zetteln war unter anderem zu lesen: "Wir sind bei Euch" und "Für Toleranz, keine Gewalt, kein Hass".

Wowereit verurteilt Aktion von Rechtspopulisten

Die Zeichen von Mitgefühl seien wichtig, denn es gehe um ein deutliches Signal der Solidarität und der Verbundenheit, sagte Wowereit. Umso unerträglicher sei es, dass einige Rechtspopulisten mit einer sogenannten Mahnwache versucht hätten, das Gedenken an der norwegischen Botschaft zu stören.

Veranstalter der sogenannten Solidaritätskundgebung war die rechtspopulistische "Bürgerbewegung pro Deutschland". Nach Angaben der Polizei kamen etwa 18 Teilnehmer zu der angemeldeten Mahnwache. "Hauptstadt der Angst? Nicht mit uns!", hieß es auf Transparenten. Ebenso viele Gegendemonstranten versammelten sich. Die "Mahnwache" verlief ruhig.

Es werde Wahlkampf auf Kosten der Opfer der Anschläge von Oslo gemacht, sagte der Sprecher des Bündnisses "Rechtspopulismus stoppen", Dirk Stegemann. Die Polizei habe die Kundgebung direkt vor dem Botschaftsgebäude in der Rauchstraße aus Sicherheitsgründen verboten, sagte ein Sprecher.

"Unsere offene und freie Gesellschaft darf sich nicht von extremistischen Mördern einschüchtern lassen", betonte Wowereit. "Wir alle sind gefordert, Zusammenhalt zu zeigen, aber auch immer neu unsere Liberalität und Weltoffenheit zu verteidigen, wie auch immer Feinde dieser Freiheit ihre Aktionen ideologisch bemänteln."

Bei einem Anschlag auf das norwegische Regierungsgebäude in Oslo und auf ein Jugendcamp waren am Freitag fast 80 Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: dpa/dapd/toto/mim
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