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11.07.11

Dubiose Vollmacht

Pechstein bestreitet Kontakte zu Hells Angels

Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein bestreitet, Beziehungen zum Rockerclub-Milieu zu pflegen. Bei einer Razzia hatten Ermittler eine Vollmacht gefunden, die Hells-Angels-Mitgliedern erlaubt, das Haus der Bundespolizistin zu nutzen. Ihr Arbeitgeber prüft jetzt die Vorwürfe.

© Reto Klar
Claudia Pechstein / Eisschnellläuferin
Kommt scheinbar einfach nicht aus den Negativschlagzeilen – Eisschnellläuferin Claudia Pechstein

Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat sich nach der Berichterstattung über angebliche Kontakte zu Mitgliedern der Hells Angels erstmals öffentlich geäußert. Auf ihrer Internetseite ließ die 39-Jährige am Montag ein knappes Statement verbreiten. Normalerweise kommentiere sie „private Dinge eher selten in der Öffentlichkeit“, schreibt die Berlinerin dort. Um aber Missverständnissen und Fehlinterpretationen vorzubeugen, wolle sie folgendes festhalten: „Ich pflege keinerlei Kontakte oder Geschäftsbeziehungen zu den Hells Angels.“

„Spiegel Online“ hatte am vergangenen Sonntag über angebliche Beziehungen Pechsteins zu Mitgliedern des Rockerclubs Hells Angels berichtet. Im vergangenen Mai fand die Polizei bei der Durchsuchung der Wohnung einer jungen Frau in der Wendenschloßstraße eine Vollmacht, die laut dem Online-Magazin von Pechstein stammen soll. Darin werde zwei Hells-Angels-Mitgliedern, Christian M. und Danilo B., der uneingeschränkte Zutritt zu einem Grundstück von Pechstein am Scharmützelsee samt Verfügung über Schlüssel und der Nutzung eines Autos eingeräumt.

Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass Beamte eine Wohnung in der Köpenicker Wendenschloßstraße durchsucht hätten. Laut Berliner Staatsanwaltschaft werde der jungen Frau und ihrem Freund, Christian M., Betrug vorgeworfen. Sie sollen im vergangenen Dezember einen Mercedes bei einer Autovermietung gemietet haben, um ihn anschließend zu verkaufen. Denn sie gaben den Wagen nie zurück und meldeten ihn stattdessen als gestohlen. Dass bei der anschließenden Durchsuchung das Schriftstück von Pechstein gefunden wurde, konnte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.

Wie es zu den Kontakten zwischen Pechstein und Christian M. und Danilo B. gekommen ist, erklärt ihr Anwalt Simon Bergmann in der „Bild“-Zeitung. Demnach soll Pechstein nach der Trennung von ihrem Ehemann zu ihrem neuen Lebensgefährten, dem Unternehmer Matthias Große, gezogen sein. Da sie ihr Haus nicht unbeaufsichtigt lassen und auch nicht ihrem Ehemann begegnen wollte, bot ihr Lebensgefährte an, dass zwei Bekannte nach dem Rechten sehen. Um sich legitimieren zu können, habe Pechstein ihnen eine Vollmacht ausgestellt. "Claudia kannte diese beiden Herren also gar nicht“, zitiert die Zeitung den Anwalt.

Lebensgefährte Matthias Große selbst stritt im Gespräch mit Morgenpost Online jegliche Kontakte zu den Hells Angels ab: „Das alles ist eine riesengroße Farce“, so Große. „Es gibt keinerlei Beziehung zwischen Claudia Pechstein und den Hells Angels.“ Ob er Christian M. und Danilo B. kennt, wollte er nicht kommentieren. Auffällig ist allerdings, dass sich der Sitz seines Unternehmens ebenfalls in der Köpenicker Wendenschloßstraße befindet.

Der Arbeitgeber Pechsteins, die Bundespolizei, will die Sache klären. Pechstein ist Hauptmeisterin bei der Bundespolizei und befindet sich zurzeit im Sonderurlaub. Zunächst werde mit den Ermittlern gesprochen und später Pechstein selbst angehört, sagte Sprecher Jens Schobranski. Dann werde entschieden, ob ein Verstoß gegen geltendes Recht vorliege und „ob disziplinarrechtliche Konsequenzen gezogen werden müssen.“

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