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16.06.11

Reinickendorf

Flüssiges Aluminium verletzt vier Arbeiter

In einem Berliner Industriegebiet neben der S-Bahn-Station Wilhelmsruh ist es am Donnerstag zu einem Unfall in einem Aluminiumwerk gekommen. Vier Arbeiter wurden verletzt - einer davon schwer.

BMO

12 Bilder

Bei einem Arbeitsunfall in einem Reinickendorfer Gewerbegebiet sind vier Arbeiter eines Aluminiumwerks verletzt worden. Ein Mitarbeiter musste mit schweren Verbrennungen im Gesicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die drei anderen kamen nach Polizeiangaben mit leichteren Verletzungen davon, die ambulant behandelt werden konnten. In einer ersten Meldung der Feuerwehr war zunächst von einer Explosion in dem Betrieb an der Kopenhagener Straße und zehn Verletzten die Rede gewesen. Dies bestätigte sich aber nicht.

Die Feuerwehr rückte nach eigenen Angaben mit sieben Rettungswagen, drei Notarztwagen und Löschzügen aus. 40 Einsatzkräfte waren im Einsatz. „Gott sei Dank war es keine Explosion“, sagte ein Sprecher. „Aber wir wollten vorbereitet sein.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es gegen 17.40 Uhr aus noch ungeklärter Ursache in einem Betriebsteil, wo Aluminium geschmolzen wird, zu dem Unglückfall. Ein Behälter mit flüssigem Aluminium war auf einem Laufband ins Stocken geraten. Das siedend heiße Metall schwappte durch den Ruck über die Behälterwand in die Höhe und ergoss sich anschließend über vier in der Nähe befindliche Arbeiter. Einen Mann traf ein Schwall des flüssigen Metalls direkt ins Gesicht. Ein Brand sei infolge des Vorfalls aber nicht entstanden.

Unklar blieb zunächst, wodurch die plötzliche Unterbrechung des Laufbandes ausgelöst wurde. Wie eine Polizeisprecherin sagte, wird das Landesamt für Gesundheit und Technische Sicherheit (Lagetsi) die Untersuchungen zu dem schweren Arbeitsunfall übernehmen.

Die BAGR Berliner Aluminiumwerk GmbH hat seit 1997 ihren Firmensitz in Reinickendorf. Nach eigenen Angaben werden dort aus Schrott und anderen Resten neue Aluminiumteile für Bänder, Bleche und Formzuschnitte gegossen. Das Unternehmen bezeichnet sich als einen der führenden unabhängigen Erzeuger von Walzbarren aus Sekundäraluminium in Europa. Vertreter der Firma waren am Donnerstag für Auskünfte nicht zu erreichen.

Das Werk in einem Gewerbegebiet an der Grenze zu Pankow und in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Wilhelmsruh erstreckt sich über mehrere Hallen. Auf einem Hof in Richtung Bahnstrecke lagern Aluminiumreste. In der Nachbarschaft hat neben einem Textilhändler und Anlagenbauern ein weiterer Aluminiumverarbeiter seinen Standort. Der S-Bahn-Verkehr war nach Angaben einer Sprecherin durch den Vorfall nicht betroffen, die Züge konnten ungehindert fahren.

Quelle: BMO/pol/ap
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