Jugendgewalt am Nollendorfplatz
Regenbogenfahne abgerissen - Schwule empört
Eine Regenbogenfahne, die Klaus Wowereit zum Pride Festival am U-Bahnhof Nollendorfplatz über der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus anbrachte, wurde von Jugendlichen abgerissen.
Fünf Jugendliche haben eine Regenbogenfahne am Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg abgerissen. Die Gruppe habe die Fahne am späten Freitagabend von der Wand geholt und in ein Gebüsch geworfen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Anschließend seien sie geflüchtet. Beamte stellten die Fahne sicher. Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.
Die Regenbogenflagge ist ein Symbol der Homosexuellenbewegung und wurde Anfang Juni zum diesjährigen Pride Festival am U-Bahnhof Nollendorfplatz über der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus angebracht. Mit dem Festival wollen Lesben und Schwule sowie Bi- und Transsexuelle unter anderem auf ihre anhaltende Diskriminierung in der Gesellschaft aufmerksam machen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte bei der Flaggenhissung die große Feindlichkeit gegen Homosexuelle an Schulen in der Hauptstadt kritisiert.
Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg verurteilte die Tat. Der Vorfall mache deutlich, dass noch viel gegen Homophobie getan werden müsse, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Berliner Landesbeirates für Migrations- und Integrationsfragen, Harkan Tas. Er hatte den Vorfall beobachtet und der Polizei gemeldet.
Der Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter Berlin-Brandenburg reagierte mit Bestürzung. Vorstandsmitglied Marco Klingberg sagte, die Tat zeige deutlich, wie verbreitet homophobe Einstellungen in den Köpfen vieler Jugendlicher seien. Durch intensive Aufklärung und Sensibilisierung im Bereich der Jugendarbeit müsse dagegen vorgegangen werden.
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