Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
06.05.11

CDU-Parteitag

Henkel für "Law-and-Order" in Berlin

Nach erschreckenden Gewalttaten in U-Bahnhöfen bekennt sich Berlins CDU-Spitzenmann beim Parteitag zu „Law-and-Order". Eine Koalitionsaussage gibt es nicht – nur von Gastredner Heiner Geißler.

© dapd/DAPD
Landesparteitag der Berliner CDU
Der Spitzenkandidat der CDU für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Frank Henkel (r.), neben CDU-Politiker Heiner Geissler

Mit Warnungen vor einer grün-roten Regierung nach Stuttgarter Vorbild und dem Versprechen eines neuen Politikstils geht die CDU in den Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus. Bei einem Parteitag am Freitag präsentierte Spitzenkandidat Frank Henkel die CDU als die politische Kraft, die den Bürgern zuhört und sie einbindet. Die Partei verabschiedete einstimmig ihr Wahlprogramm, zum dem über Telefon- und Internetdiskussionen auch Nichtmitglieder beigetragen haben. An diesem Samstag stellt sich Henkel zur Wiederwahl als Landesvorsitzender.

Der 48-Jährige betonte in seiner Rede die Themen Innere Sicherheit, Integration und Bildung. Er versprach mehr Sicherheit auf der Straße und im Nahverkehr, forderte mehr Personal auf Bahnhöfen und dass die Justiz entschiedener gegen Gewalttäter durchgreife. „Für mich sind Gesetz und Ordnung keine Schimpfwörter“, sagte Henkel. „Sie sind eine Grundlage für unser Zusammenleben.“

Angesichts hoher Umfragewerte für die Grünen und der Regierungsbildung in Stuttgart sagte er: „Wir haben in Baden-Württemberg gesehen, was manche Parteien bereit sind, für die Macht zu opfern.“ Er verwies auf den Plan der Stuttgarter Koalitionäre von Grünen und SPD für zusätzliche Ministerien trotz vorheriger Sparversprechen und auf Debatten um Gemeinschaftsschulen und Ethikunterricht. Die CDU stehe dagegen für Konsequenz und Glaubwürdigkeit.

Zu möglichen Koalitionen nach der Wahl am 18. September äußerte Henkel sich nicht. Zu Warnungen aus SPD und Grünen vor Grün-Schwarz und Rot-Schwarz sagte er nur: „Das zeigt doch, wie interessant wir offenbar sind.“ Deutlicher wurde der frühere CDU-Generasekretär Heiner Geißler als Gastredner. „Es gibt überhaupt keinen Grund, warum die CDU nicht genauso eine Koalition mit den Grünen eingehen könnte wie mit jeder anderen Partei.“ Diese Erkenntnis habe in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gefehlt.

Geißler forderte eine „Bürgerbeteiligungsdemokratie“ mit Volksabstimmungen und Volksbegehren auch auf Bundesebene. „Die Bürger sind viel informierter und gescheiter, als die politische Klasse in Berlin oder anderswo denkt“, sagte der 81-Jährige. Deswegen müssten die Menschen beispielsweise bei großen Bauprojekten mit einbezogen werden. „Demokratie kann nicht mehr praktiziert werden wie vor 20 Jahren“, sagte Geißler, der unter anderem beim im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 vermittelte hatte.

Landes- und Fraktionschef Henkel forderte bei der Integration, dass mehr ausländische Bildungsabschlüsse anerkannt werden. Er verlangte aber auch mehr Druck auf die, die sich nicht integrieren wollten, sondern sich bequem in den Sozialsystemen einrichteten oder kriminell würden. „Auch das gehört zur Wahrheit, davor kann man sich nicht drücken.“ Schülern, Eltern und Lehrern stellte der CDU-Mann einen „Schulfrieden“ in Aussicht. Der rot-rote Senat habe die Schulen mit immer neuen Experimenten überfordert.

Eckpunkte des CDU-Wahlprogramms
Die Berliner CDU hat ihr Wahlprogramm beschlossen: "Das muss sich ändern. Die 100 wichtigsten Probleme Berlins und ihre Lösungen". Eine Auswahl der wichtigsten Punkte:
WIRTSCHAFT: - Bestehende Unternehmen sollen wachsen, neue sich ansiedeln. Vor allem die verarbeitende Industrie wird gestärkt, die Konzentration auf Tourismus und Kreativwirtschaft wird als Fehler gesehen.
-eine „IT-City" als Referenzprojekt für eine starke Informationstechnologie-Branche - ökologischer Energie- und Industriepark auf dem Flughafengelände Tegel
INNERE SICHERHEIT: - mehr sichtbares Aufsichtspersonal und Polizei auf Bahnhöfen und Straßen, mehr Videoüberwachung
- ehrenamtlicher Polizei- und Ordnungsdienst
- Wiedereinführung der Kontaktbereichsbeamten
- als Sofortmaßnahme 250 neue Polizisten
- junge Straftäter binnen vier Wochen vor den Richter
- Warnschussarrest und geschlossenes Heim für jugendliche Straftäter
INTEGRATION: - frühzeitige Sprachförderung
- Deutschpflicht an allen Schulen
- konsequenter gegen Schulschwänzer durchgreifen
- Deutsch-Garantie-Klassen in Brennpunktkiezen
BILDUNG: - Verwaltungsdirektoren zur Entlastung der Schulleiter
- eigenes Budget der Schulen für Instandhaltung
- wegen des Abiturs nach zwölf Jahren Entschlackung des Stoffs
- Ende des Verlosens von Schulplätzen und des Zwangs zum jahrgangsübergreifenden Lernens in der Grundschule
- mehr Selbstverantwortung für die Hochschulen, mehr Möglichkeiten, Drittmittel einzuwerben
SOZIALES: - Mentorenprogramm für Arbeitssuchende
- Arbeitskräftemonitor, um Nachfrage, Angebot und Ausbildung besser zu koordinieren
- Berlinpass auch für Aufstocker, unentgeltliche Freizeitaktivitäten für Kinder aus armen Familien
VERKEHR: - der Senat soll die Bestellung von 20 000 Elektroautos für öffentliche und private Abnehmer koordinieren
- besseres Angebot und mehr Kundenfreundlichkeit bei der BVG, Einsparungen in Management und Verwaltung
- Ausbau der A100 von Neukölln bis zum Treptower Park und Volksbefragung über die weiteren Bauabschnitte
- Bau der Tangentialverbindung Ost, einer Durchgangsstraße zwischen Wuhlheide und Märkischer Allee
Quelle: dpa
Quelle: dpa/tj
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Schwarze Frauenbeine mit High-Heels
Gefahr durch High Heels

Je höher der Absatz ist, desto ungesünder sind die Schuhe.

Video Nachrichten mehr
Memmingen Polizei nimmt schießenden Schüler fest
Ägypten Erste freie Präsidentenwahl beginnt
Störungen Kabelbrand legt Berliner S-Bahn lahm
Royal-Scratch DJ Prinz Charles am Plattenteller
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

A380 und A400M

Große Flugzeuge am Himmel über der Region

Nahverkehr

S-Bahn-Verkehr nach Kabelbrand gestört

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote