Schöneberg
Gasometer wird für Günther Jauch saniert
Die filigrane Stahlkonstruktion mit einer Höhe von 80 Metern ist ein beeindruckendes Industriedenkmal. Nun ist eine Überholung dringend nötig, denn der Rost setzt an. Ab September wird der Gasometer zur Kulisse für Jauchs Talkshow.
In Berlin-Schöneberg hat die Sanierung des Gasometer-Denkmals begonnen. 30.000 Quadratmeter Stahlfläche werden instand gesetzt, was einer Fläche von fünf Fußballfeldern entspricht. Dabei werden die Schadstellen am Gasometer mittels Laserreinigung, Nadelverfahren- und Mikrotrockenstrahlentechnologie repariert.
Der weithin sichtbare ehemalige Gasometer im Stadtteil Schöneberg wird saniert. Die umfangreichen Arbeiten beginnen am 5. Mai, kündigte das Europäische Energieforum am Freitag an. Ab September wird der markante Industriebau darüber hinaus zur Kulisse für die neuen Talkshow von Günther Jauch. Der TV-Moderator will seine Gäste in einer transparenten, rund 20 Meter hohen Kuppel empfangen, die im Inneren des Stahlgerippes steht.
Ursprünglich war rund um den Gasometer Deutschlands erste Energie-Uni geplant, doch die haben die Investoren während der Finanzkrise auf Eis gelegt. Nun sollen zunächst sollen kleinere Unternehmen auf die Industriebrache gelockt werde. Auch die Technische Universität ist an einem Campus auf dem Gelände interessiert, um dort Masterstudiengänge mit Energiebezug anzubieten.
Der Gasometer wurde von 1908 bis 1910 erbaut und speicherte bis in die 90er Jahre in einem riesigen Zylinder Gas für die Versorgung der Stadt. Erst mit der Umstellung auf Erdgas wurde der Zylinder 1995 demontiert.
Die filigrane Stahlkonstruktion mit einer Höhe von 80 Metern und einem Durchmesser von 60 Metern blieb als Industriedenkmal stehen – und begeistert mit ihrer kühnen und klaren Konstruktion nicht nur Architekten. Sie hat aber inzwischen auch jede Menge Rost angesetzt, eine Überholung ist dringend nötig.
Der Gasometer gilt als Wahrzeichen des Kiezes „Rote Insel“, die ihren Namen von der früheren politisch linken Orientierung der Bevölkerung hat. Zeitweise konnten Schwindelfreie auch die 456 Stufen des Gasometers bis zur obersten Plattform erklimmen und ein Berlin-Panorama genießen. Solche Touren werden zur Zeit nicht angeboten.
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