Alexanderplatz
Kinder und Jugendliche prügeln ohne Grund los
Wieder ist es in Berlin zu einer Gewaltattacke von Kindern und Jugendlichen gekommen: Sechs junge Schläger haben in der Nähe des Fernsehturms drei Gleichaltrige attackiert und verletzt – plötzlich und ohne erkennbaren Grund.
Von Maren Wittge
In Berlin-Mitte sind ein Kind und zwei Jugendliche von einer Gruppe Gleichaltriger angegriffen und verletzt worden. Der Polizei gelang es, die sechs Angreifer im Alter von 13 bis 18 Jahren festzunehmen.
Am Freitagabend waren drei Freunde im Alter von 13, 17 und 18 Jahren nach eigenen Angaben auf dem Alexanderplatz in der Nähe des Fernsehturms unterwegs. Plötzlich wurden sie aus einer Gruppe von etwa 30 Personen heraus, die sich an einem Brunnen versammelt hatte, angepöbelt. Während des Wortgefechts gingen sechs aggressive Angreifer auf einmal auf die drei Passanten los. Sie traten und schlugen immer wieder mit Fäusten auf die Jugendlichen und das Kind ein. Nach Polizeiangaben fiel besonders ein 13-Jähriger durch sein brutales Verhalten auf. Irgendwann gelang es den Verletzten – mit blutigen Nasen und mit Hämatomen am Körper –, vor den Schlägern zu fliehen. Nach Angaben der Opfer wurden die sechs Angreifer bei ihrer Rückkehr von der übrigen Gruppe jubelnd empfangen.
Gegen 20.30 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf von den drei Geflüchteten ein. Sie nannten ihren Aufenthaltsort an der Rathausstraße und baten um Hilfe. Polizisten des Abschnitts 32 sowie Beamte der 24.Einsatzhundertschaft, die aufgrund einer Veranstaltung in der Nähe waren, trafen kurz darauf dort ein. Die drei Verletzten klagten neben den Hämatomen über Schmerzen im Gesicht, an der Nase und im Bereich der Rippen sowie am Knie. Eine ärztliche Behandlung in einem Krankenhaus lehnten sie aber ab.
Die Polizisten suchten die Umgebung ab und trafen in einer nahe gelegenen Einkaufspassage auf die sechs mutmaßlichen Täter und nahmen sie fest. Bei den Tätern handelte es sich um zwei Kinder im Alter von 13 Jahren sowie Jugendliche im Alter von 14, 15, 16 und 18 Jahren. Alle sechs Tatverdächtigen waren zuvor polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten.
Bei dem 18-Jährigen entdeckten die Polizisten einen Schlagring, den er offenbar aber nicht eingesetzt hatte. Als die Ordnungshüter auch den Rest der Gruppe durchsuchten, stellten sie bei einem 15-Jährigen, der nicht an den Übergriffen beteiligt war, ein Springmesser und bei einem 17-Jährigen einen sogenannten Kubutan, eine Art Selbstverteidigungswaffe in Form eines Kugelschreibers, sicher. Die Beteiligten wurden vernommen und später entlassen oder von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt.
Es blieb nicht der einzige Fall, in dem Jugendliche zuschlugen. Am Sonnabend wurde eine 27-Jährige von drei Mädchen, die etwa 17 bis 19 Jahre alt waren, ins Gesicht geschlagen und verletzt. In der U-Bahn-Linie 9 hatten die Mädchen Fahrgäste angepöbelt. Als die Frau das Trio aufforderte, sich zu benehmen, wurde sie beleidigt und geschlagen. Die Frau rief die Polizei, die Mädchen flüchteten.
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